Aquaman

Die Kämpfe schlagen hohe Wellen


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Kriegsrat unter Wasser: Aquaman (Jason Momoa), Mera (Amber Heard) und Nuidis Vulko (Willem Dafoe) © Warner Bros.
GESAMTEINDRUCK:  „Aquaman“ ist ein actiongeladener Superhelden-Reißer, der nach zahlreichen Kämpfen unter und über Wasser zu der schlichten Erkenntnis kommt, dass „das Land und die See eine Welt“ sind.
 
DIE STORY: Atlanna (Nicole Kidman), die Prinzessin des Unterwasser-Reichs Atlantis, bringt nach einem Landausflug und einer Liebesaffäre mit einem Leuchtturmwärter den kleinen Arthur zur Welt, der – im Wasser wie an Land zuhause – zum Superhelden Aquaman (Jason Momoa) heranwächst. Nun wäre er dazu berufen, König von Atlantis zu werden, doch das will sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) verhindern. Orm hält aktuell den Thron besetzt und schmiedet Pläne zur Weltherrschaft. Als Aquaman allerdings nach langer Suche den magischen Dreizack von Atlan in Besitz nehmen kann, wird klar, dass er der legitime König ist. Es kommt zum finalen Duell der Halbbrüder.

Atlanna (Nicole Kidman) mit ihrem kleinen Sohn Arthur, der zu Aquaman heranwachsen wird © Warner

DIE STARS: Hauptdarsteller Jason Momoa begann seine Karriere bei „Baywatch“ und wandelte später beim Remake von „Conan, der Barbar“ in den Spuren von Arnold Schwarzenegger. Als Aquaman war er bereits in den Superhelden-Filmen  „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2015) und „Justice League“ (2017) im Einsatz.
Mit Nicole Kidman hat Aquaman eine Oscar-Preisträgerin als Mutter und mit Willem Dafoe (er darf in einer Szene auf einem Hammerhai reiten!) einen dreifachen Oscar Nominee als Berater.
Regisseur James Wan machte bisher im Hochgeschwindigkeits-Kino („Fast & Furious 7“) und im Horror-Genre („Saw“; „Conjuring“) von sich reden. Bei den beiden „Conjuring“-Filmen war auch Patrick Wilson an Bord, der nun Aquamans Halbbruder und Widersacher Orm spielt.

Machtstratege: Patrick Wilson als König Orm, Halbbruder und Gegner von Aquaman © Warner

DIE KRITIK: Es gibt eine Szene, in der ist „Aquaman“ richtig spannend. Als ein mächtiger Tsunami an den Küsten der USA knabbert, werden Kriegsschiffe und Unmengen von Müll aufs Land geschleudert. Dahinter steckt eine Attacke des Atlantis-Regenten Orm, der den Angriff gegen die Welt der Menschen plant, weil die so skrupellos die Ozeane mit ihrem Dreck versauen.
Ein Superhelden-Film, der außer spektakulärer Action auch Umweltkonflikte ins Bild rückt – das wäre mal eine Idee, die dem  Comic-Genre neue Aspekte schenken könnte. Doch leider verliert Regisseur James Wan gleich nach dem Tsunami das Interesse an diesem Thema. Kaum ist die große Woge verrauscht, geht’s wieder hinab in die Tiefsee und zu Konflikten, wie sie in Graphic Novels handelsüblich sind.
Man wird Zeuge der strategischen Pläne von König Orm (Patrick Wilson spielt ihn mit stählernem Charme), der ein Bündnis der sieben Königreiche der sieben Weltmeere plant. Der hünenhafte Aquaman (Jason Momoa schenkt ihm muskelbepackte Coolness) macht sich derweil gemeinsam mit der rotmähnigen Mera (Amber Heard) auf die Spur des magischen Dreizacks. Die Dialoge sind so schlicht gehalten, dass sie jeder Zwölfjährige versteht. Was dazu führt, dass die Darsteller nicht wirklich gefordert sind, alle Facetten ihres Talents hervorzuholen.
Die Spielszenen dienen vor allem als Basis für die Action-Sequenzen. Oberhalb des Meeresspiegels erlebt man zum Beispiel einen doppelten Flugzeug-Absprung ohne Fallschirm und eine gnadenlose Ballerei in einem sizilianischen Dorf, bei der viel antikes Erbgut zu Bruch geht. Unter Wasser wird mal in einem U-Boot gekämpft und dann wieder in den maritimen Metropolen, in denen die Krieger auf dem Rücken von Riesen-Seepferdchen oder von Haien bisweilen als Kavallerie anrücken.
Da sind natürlich spektakuläre Momente dabei, aber Regisseur James Wan lässt die Kämpfe ausufern – ein paar Kürzungen bei der Action hätten dem Rhythmus des überlangen Films (144 Minuten) gewiss gut getan. Optisch gibt es viel zu schauen. Allerdings ist die virtuelle Unterwasserwelt so kitschig geraten, dass „Aquaman“ nicht in die Shortlist für den Oscar der besten visuellen Effekte aufgenommen wurde.
Fazit: „Aquaman“ ist ein recht konventioneller Superhelden-Film geworden, der aber bei Comic-Fans sicher ein großes Publikum finden wird. Das ist auch dringend nötig: In der Hollywood-Fachpresse werden die Produktionskosten auf rund 200 Millionen Dollar geschätzt.
 
IDEAL FÜR: Freunde von Comics und Superhelden-Geschichten.






Trailer
LÄNGE: 144 min
PRODUKTION: USA 2018
KINOSTART Ö: 20.12.2018
REGIE:  James Wan
GENRE: Action|Fantasy
ALTERSFREIGABE: ab 12


BESETZUNG
Jason Momoa: Arthur Curry / Aquaman
Amber Heard: Mera
Patrick Wilson: Orm / Ocean Master
Nicole Kidman: Atlanna
Willem Dafoe: Nuidis Vulko
Dolph Lundgren: Nereus
Temuera Morrison: Thomas Curry