#Single

Liebesträume im Internet


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„#Single“: Veronika würde sich die Welt lieber zu zweit anschauen © Allegrofilm
DIE STORY: „#Single“ ist eine Dokumentation aus Österreich über die modernste Form der Partnersuche: Jene via Internet. Regisseurin Andrea Eder fand fünf ProtagonistInnen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Orientierung, die über Dating-Portale neue Lebensabschnittsbegleiter suchen.
„#Single“ begleitet diese Singles beim Versuch, das Singledasein zu beenden: Man wird Zeuge von Hoffnungen, Begegnungen, Abweisungen und neuen Beziehungen. Zwischendurch erläutern Fachleute wie die Psychologin Caroline Erb (die für die Plattform Parship arbeitet) oder der Essayist Konrad Paul Liessmann ihre Sicht auf das Online-Flirten.

Ruth hegt den Traum von einer Hochzeit in Weiß © Allegrofilm

DIE STARS: Keine Stars. Die 33-jährige Regisseurin Andrea Eder, die jahrelange Praxis vom Fernsehen und vom Theater mitbringt, inszenierte mit „#Single“ ihren ersten Kinofilm. Den Protagonisten, die nur mit ihren Vornamen vorgestellt werden – Veronika, Darko, Philipp, Ruth und Wolfgang – ist zu ihrer Offenheit zu gratulieren.

Romantisches Idyll: Philipp hat eine neue Liebe gefunden © Allegrofilm

DIE KRITIK: Zu Beginn erinnert „#Single“ ein wenig an   „Liebesg’schichten und Heiratssachen“, die Partnersuche-ORF-Show von Elizabeth T. Spira: Menschen, die allein durchs Leben gehen, erzählen, was sie sich vom Leben zu Zweit erträumen. Das Spektrum reicht dabei von „Poppen“ bis zur „Hochzeit in Weiß“.
Bald aber verlässt der Single-Express die gewohnten Gleise. Man hört mit, wie elektronische Fragebögen der Online-Portale ausgefüllt werden. Man erlebt mit, wie rasch kleine Träume zerplatzen können: „ganz ehrlich, ich hab‘ das Gefühl, bei uns passt’s nicht so gut“, sagt eine sehr geradlinige junge Frau schon beim ersten Date. Und zwischendurch erfährt man interessante Zahlen. Zum Beispiel, dass es weltweit 8.000 Dating-Portale gibt. Oder dass diese Portale allein in Europa jährlich eine Milliarde Euro Umsatz machen.
Das ergibt in Summe einen unterhaltsamen und zugleich informativen Film, der einem mit der Zeit das Gefühl vermittelt, dass zwischen den Versprechungen der Portale und der Realität große Lücken klaffen können. Was nicht unbedingt an den Portalen liegen muss. Wer durch die elektronische Kommunikation scheinbar eine unendliche Schar potenzieller Partner vor sich sieht, ist möglicherweise allzu rasch bereit, sein neues Gegenüber nach dem Ex-und-Hopp-Verfahren gleich wieder zu entfernen.
Am Ende des Films haben jedenfalls nur zwei der fünf Protagonisten eine neue Partnerschaft gefunden, und an einer dieser beiden Begegnungen war das Internet offenbar gar nicht beteiligt. Die Frischverliebten lernten einander ganz klassisch im wirklichen Leben kennen.
Die Partnersuche-Portale, daran wird kein Zweifel gelassen, „verdienen dadurch Geld, dass sie Hoffnungen verkaufen.“ Möglicherweise sollten Bindungswillige die Kassen der Portale nicht allzu ausdauernd füllen. Denn, so lautet eine weitere Erkenntnis: „Die Chancen werden nicht mehr, je länger man dabei ist.“
 
IDEAL FÜR: alle, die wissen wollen, wie die Partnersuche im Internet funktioniert.






Trailer
LÄNGE: 90 min
PRODUKTION: Österreich 2017
KINOSTART Ö: 19.05.2017
REGIE:  Andrea Eder
GENRE: Dokumentation
ALTERSFREIGABE: ab 16



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