Gringo

Marihuana, Moneten und Mexiko


FilmClicks:
„Gringo“: David Oyelowo, Charlize Theron und Joel Edgerton (v.l.) haben bedenkliche Pläne
GESAMTEINDRUCK: „Gringo“ ist  eine rabenschwarze, actionlastige Gangster-Komödie, die vor allem von Charlize Therons bitterböser Darstellung lebt.
 
DIE STORY: Harold Soyinka (David Oyelowo), kleiner Angestellter einer großen Pharmafirma, soll in „Gringo“ für seine Chefs (Joel Edgerton & Charlize Theron) in Mexiko eine Marihuana-Pille an den Mann bringen. Doch als er erfährt, dass er nach dem Job gefeuert wird, dreht er den Spieß um. Er täuscht seine Entführung vor und verlangt von seinem Boss fünf Millionen Dollar Lösegeld. Dumm nur, dass plötzlich der echte örtliche Drogenboss auf Harold  aufmerksam wird – und den Kopf des „Gringo“ fordert..
 
Joel Edgerton macht David Oyelowo ein interessantes Angebot © Tobis

DIE STARS: Regisseur Nash Edgerton hat für „Gringo“ ein echtes Star-Ensemble zusammengetrommelt: Oscar-Preisträgerin Charlize Theron gibt die biestige Badass-Chefin, Joel Edgerton („Loving“), der Bruder des Regisseurs, ihren männlichen Counterpart (und Lover). David Oyelowo, bekannt aus „Selma“, wird vom mexikanischen Drogenboss gejagt und von Amanda Seyfried („Mamma Mia!“) liebevoll umsorgt.   
 
Amanda Seyfried meint es gut mit David Oyelowo © Tobis

DIE KRITIK: Ein geldgieriger Firmenboss, der mit Drogengeschäften auf Dollar-Millionen hofft. Dazu ein kaltblütiger mexikanischer Kartellchef, der (im wahrsten Sinn des Wortes) über Leichen geht, und ein ahnungsloser Mann, der als Bauernopfer zur Zielscheibe wird: Die Geschichte von „Gringo“ strotzt vor Platitüden und Klischees. Zu einem amüsanten Popcorn-Abend taugt sie dennoch.
Das ist vor allem dem Ensemble geschuldet: Hauptdarsteller David Oyelowo gibt den armen Schlucker, der erst als vermeintliches, dann als tatsächliches Entführungsopfer zuverlässig in jedes Fettnäpfchen tappt, so sympathisch, dass man einfach mit ihm mitfiebern muss. Bewahrt er sich doch trotz aller Rückschläge stets seinen unerschütterlichen Humor. Selbst noch, als ihm, während er in Mexiko um sein Leben zittert, die Ehefrau abhanden kommt.
Dennoch stiehlt ihm eine andere die Show: Charlize Theron zieht als ebenso biestige wie verführerische Chefin ihre Geschäftspartner gnadenlos über den Tisch. Und ist dabei so herrlich bitterböse, dass es einfach Spaß macht, ihr zuzuschauen.
Auch Joel Edgerton macht seine Sache als gewissenloser Firmenchef gut, wird von Theron aber nicht nur als Filmfigur an die Wand gespielt. Einzig Amanda Seyfried hätte man eine facettenreichere Rolle gewünscht. Als liebe, aber ziemlich farblose Touristin geht sie neben ihren Co-Stars unter.
Was Regisseur Nash Edgerton mit den Stars richtig gemacht hat, ist bei der Umsetzung der Geschichte leider nicht immer gelungen: Die Handlung ist mitunter dürftig, streckenweise wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung abgedroschener Mexiko-Klischees  mit Gags, die mal mehr und mal weniger gelungen sind. Das machen auch die spektakulären Actionszenen nicht wett.
Warum man das Ganze dann noch auf 110 Minuten in die Länge ziehen muss, bleibt ein Rätsel. Beim Zuschauen braucht man manchmal ähnlich viel Sitzfleisch wie der Drogenboss beim Auffinden des vermeintlich gefährlichen „Gringo“.
 
IDEAL FÜR: Fans von schrägen Komödien, Action-Filmen und dem prominenten Hauptdarsteller-Ensemble.






Trailer
LÄNGE: 110 min
PRODUKTION: USA 2018
KINOSTART Ö: 06.04.2018
REGIE:  Nash Edgerton
GENRE: Komödie|Thriller
ALTERSFREIGABE: ab 12


BESETZUNG
Joel Edgerton: Richard Rusk
Charlize Theron: Elaine Markinson
David Oyelowo: Harold Soyinka
Thandie Newton: Bonnie Soyinka
Amanda Seyfried: Sunny

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