Thomas-Bernhard-Film „Der Bauer zu Nathal“

Mit Crowdfunding zur Dichter-Doku

29.12.2016
von  Gunther Baumann
„Der Bauer zu Nathal“: Thomas Bernhards Bauernhof im oberösterreichischen Ohlsdorf
Ein Viertel der Summe von 12.000 Euro ist bereits im Kasten. FilmClicks-Redakteur Matthias Greuling – nicht nur als Journalist, sondern auch hinter der Kamera aktiv – hat ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Das Ziel: Greuling will mit seinem Regie-Partner David Baldinger die Doku „Der Bauer zu Nathal“ vollenden, die sich um Thomas Bernhard rankt. Filmfreunde haben bis zum 30. Jänner 2017 die Gelegenheit, mitzumachen, wobei es im Gegenzug attraktive Dankeschöns gibt: Von der Postkarte mit Thomas-Bernhard-Zitat (15 Euro) über die DVD (25 Euro) bis zur Nennung in den Credits als Executive Producer (500 Euro) – letzteres inklusive Eintrag in die International Movie Data Base (IMDB). Hier ist der Link zur Crowdfunding-Website: https://www.startnext.com/derbauerzunathal
FilmClicks-Redakteur Matthias Greuling (Bild) dreht mit David Baldinger eine Thomas-Bernhard-Doku

Der Film.
Über Thomas Bernhard, einen der einflussreichsten und meistgelesenen Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur, ist schon viel gesagt, geschrieben und gedreht worden. Mit „Der Bauer zu Nathal“ entsteht nun eine Dokumentation, die sich im Untertitel ausdrücklich „Kein Film über Thomas Bernhard“ nennt. Obwohl sich die Filmemacher Matthias Greuling und David Baldinger auf eine ausführliche Spurensuche an jenen Ort begeben haben, an dem Bernhard (1931 – 1989) in seinen späten Jahren einen Großteil seiner Zeit verbrachte: In Ohlsdorf im ländlichen Oberösterreich.
                          
Wie kann nun ein Film über Thomas Bernhard zugleich „kein Film über Thomas Bernhard“ sein?  In Ohlsdorf sei „der Dichter allgegenwärtig, und trotzdem nur eine Fußnote“, erläutern die Regisseure. Sie wollen in „Der Bauer zu Nathal“ nicht direkt über Bernhards Werk und Wirken nachdenken, sondern dem Thema nachgehen, wie man mit Bernhards Erbe in seiner einstigen Heimatgemeinde Ohlsdorf umgeht. Dort hatte Bernhard einen Vierkanthof gekauft und sich mit der Berufsbezeichnung „Landwirt“ im Reisepass niedergelassen.



Fragen. Greuling und Baldinger suchen im Film Antworten auf etliche Fragen. „Gehörte Bernhard in Ohlsdorf wirklich dazu? Der gefeierte Literat plötzlich als einfacher ,Bauer zu Nathal‘? Blieb er nicht trotz seiner regen Teilnahme am Dorfleben immer ein Sonderling? Gab es Schnittmengen zwischen dem Geistesmenschen und seiner Umgebung? Und wie verhält sich Ohlsdorf zu seinem berühmtesten Bewohner heute?“ Die Regisseure, die bereits 80 Prozent ihres Films abgedreht haben, versprechen: „Ein schier endloses Spannungsfeld tut sich auf.“
 
„Der Bauer zu Nathal“ ist ein Projekt, das ganz bewusst ohne staatliche Filmförderung in Angriff genommen wurde. Deshalb wenden sich die beiden Filmemacher jetzt via Crowdfunding an die Film- und Bernhard-Fans, um ihre Arbeit abschließen zu können. Die angestrebte Summe von 12.000 Euro soll hauptsächlich für die Nachbearbeitung des Films, den Schnitt, die Farbabstimmung sowie für die Herstellung eines Mastertapes verwendet werden.
 
Die Galapremiere von „Der Bauer zu Nathal“ soll dann im Lauf des Jahres 2017 stattfinden. Crowdfunding-Teilnehmer haben bei einem Beitrag von 150 Euro ihren Premierenplatz für zwei Personen reserviert – inklusive Champagner-Empfang und VIP-Betreuung, signiertem Poster und einer DVD des Films.
 
Für ganz besonders noble Crowdfunding-Spender (2.000 Euro) gibt’s ein ganz besonders nobles Dankeschön: „Du übernachtest mit Deiner Begleitung in unmittelbarer Nähe des Bernhard'schen Wohnhauses in Obernathal in der Gemeinde Ohlsdorf in einem der jahrhundertealten Bauernhöfe, inklusive reichhaltigem Bauernfrühstück, Abendessen in Gmunden und anschließender privater Filmvorführung im Stadttheater Gmunden. In Anwesenheit der Filmemacher und inklusive einer besonderen Erwähnung im Abspann des Films.“  
 
https://www.startnext.com/derbauerzunathal




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