Was Männer wollen

Talent zum Lauschen


FilmClicks:
Sport-Agentin Ali (Taraji P. Henson) hat dauernd mit Männern zu tun, weiß aber nicht, was sie wollen © Paramount
GESAMTEINDRUCK: „War Männer wollen“ ist ein schlicht gestricktes, aber sehr lautes Remake der Mel-Gibson-Komödie „Was Frauen wollen“ mit umgekehrten Geschlechter-Rollen.
 
DIE STORY: Ali Davis (Taraji P. Henson) ist eine robust-ruppige und erfolgreiche Sportler-Agentin, die immer wieder bei ihren männlichen Kollegen gegen die Wand läuft. Als sie sich eines Abends von einer Schamanin (Erykah Badu) zu einem Drink unbestimmten Inhalts überreden lässt, wacht sie anschließend mit der Fähigkeit auf, die Gedanken der Männer mitzuhören. Die Erkenntnisse, die sie dadurch gewinnt, nutzt sie sowohl im beruflichen Konkurrenzkampf als auch bei ihren Klienten und ihrem Lover (Aldis Hodge) weidlich aus. Trotzdem ist es ihr ganz recht, als die Stimmen der Männer wieder aus ihrem Kopf verschwinden.

Ein Besuch mit Folgen: Ali (Taraji P. Henson) bei der Schamanin (Erykah Badu) © Paramount

DIE STARS: Ali-Darstellerin Taraji P. Henson erhielt 2009 für „Benjamin Button“ eine Oscar-Nominierung und war auch Hauptdarstellerin im für drei Academy Awards nominierten Frauen- und Raumfahrt-Drama „Hidden Figures“. Von ihrem darstellerischen Feingefühl aus diesen Filmen ist im märchenhaften Schwank „Was Männer wollen“ freilich nichts zu merken.
Die erfolgreiche Soul- und Jazz-Sängerin Erykah Badu macht als geheimnisvolle Zaubertrank-Mixerin mal wieder einen ihrer gelegentlichen Abstecher zum Film.
Regisseur Adam Shankman etablierte sich mit Filmen wie „The Wedding Planner“ oder „Hairspray“ als Komödien-Spezialist.

 
DIE KRITIK: Die Lautsprecherboxen der Kinosäle, in denen „Was Männer wollen“ gespielt wird, müssen viel aushalten. Zwar kracht und scheppert es nicht wie in einem Action-Blockbuster, doch auch menschliche Stimmen können ganz schön laut sein. Wenn Hauptdarstellerin Taraji P. Henson und ihre Mitspieler in schrilles Gelächter ausbrechen (und das tun sie unentwegt), dann mag man das zwar nicht in höchsten Tönen loben, doch die hohen Töne kitzeln die Hochtonlautsprecher (und dann das Trommelfell des Zuschauers) bis zum Anschlag.
Kurzum: „Was  Männer wollen“ ist in einem Stil gedreht, als wollte der Film die Hollywood-Klamauk-Weltmeisterschaft gewinnen, was auch mühelos gelingt. Sensible Zwischentöne? Fehlanzeige. Regisseur Adam Shankman packt den Holzhammer aus und leitet sein Ensemble dazu an, alle Pointen mit großem Wumms auf die Leinwand zu dreschen.
Das tut einer Komödie nicht gut, die mit ihrer inhaltlichen Prämisse sowieso schon den guten Willen des Publikums herausfordert. Denn dass eine Frau plötzlich in der Lage sein soll, jeden Gedanken zu hören, der den Männer in ihrer Umgebung gerade in den Sinn kommt – diese Fabel  kann man glauben oder auch nicht.
Dass der Protagonistin Ali so plötzlich das Talent zum Lauschen geschenkt wird, ist natürlich die Grundlage für allerlei Späße, in denen die Frau ihren Informations-Vorsprung gezielt einsetzt. Leider mündet dies aber in einer starken Formelhaftigkeit der Story: Man kann stets ohne größere Mühe vorausahnen, was als nächstes geschehen wird.
So hoppelt der schrille Film lautstark, aber spannungsschwach seinem Finale entgegen. Und weil Ali sich zuvor gleich in vier verschiedene Problemkreise verstrickt hat, bekommt man halt ein vierfaches Happy End verabreicht. Eines hätte auch genügt.
 
IDEAL FÜR: FreundInnen lärmender Kino-Lustspiele, die vielleicht vor vielen Jahren den Vorgänger „Was Frauen wollen“ gesehen haben.   






Trailer
LÄNGE: 118 min
PRODUKTION: USA 2019
KINOSTART Ö: 14.03.2019
REGIE:  Adam Shankman
GENRE: Komödie
ALTERSFREIGABE: ab 12


BESETZUNG
Taraji P. Henson: Ali Davis
Erykah Badu: Sister
Josh Brener: Brandon
Aldis Hodge: Will