Wacken 3D

Lang lebe der Lärm


FilmClicks:
Die Bühne ist angerichtet: Alice Cooper rockt die Heavy-Metal-Fans in Wacken © Thim Film
DIE STORY: Die Hardrock-Doku „Wacken 3D“ nimmt den Kinozuschauer mit – genau ein Jahr zurück. Als in dem kleinen Dörfchen in Schleswig-Holstein wie jedes Jahr im Sommer zwischen 70 und 80.000 Menschen einfielen, um ihrer Musik, dem Heavy Metal, zu frönen. Bands wie Deep Purple zeigen, dass sie trotz Hüft-OP noch ordentlich Krach machen können. Beim „Metal Battle“ wird der Nachwuchs geehrt. Und die Fans – zwischen Bierdusche und Schlammschlacht – werden liebevoll portraitiert.
 
DIE STARS: Wer mit Lemmy und Alice Cooper sowie mit Rammstein etwas anfangen kann, der ist hier im El Dorado. Denn so nah ist man den Metal-Rock-Göttern noch nie gekommen.
 
DIE KRITIK: Das Festival in Wacken – einer kleinen 2000-Seelen-Gemeinde hoch im Norden Deutschlands – scheint auf Filmemacher eine ganz besondere Faszination auszuüben. Schon zum dritten Mal in wenigen Jahren versucht ein Filmemacher, den Geist der hohen Messe des Heavy Metal einzufangen. Nach Studien über das Dorf und seine Bewohner sowie über die Fans, die das Festival bedingungslos liebend, steht dieses Mal bei Regisseur Norbert Heitker der riesige Musikauflauf direkt im Mittelpunkt.
Vier Tage im Sommer 2013. Die Dramaturgie ist vorgegeben vom Festival selbst. Etwas mehr als 20 Bands treten in den gut 90 Filmminuten auf. Von Combos wie Sabaton, nur Eingeweihten bekannt, bis hin zu den Überfliegern Rammstein. Bei letzteren lohnt sich der Einsatz von 3D besonders. Man hat das Gefühl, direkt neben der Feuerkanone zu stehen, wenn sie entladen wird. Die Kamera steht als Bandmitglied auf der Bühne und vermittelt ein sehr schönes Gefühl davon, was es heißen muss, wenn 75.000 Menschen direkt vor einem stehen und jede Zeile der Songs auswendig können.
Das Wagnis 3D – sehr oft geht es schief im heutigen Kinobetrieb – zahlt sich hier voll aus. Besonders schön zwei Szenen, die mit der lauten Musik nichts zu tun haben. Regisseur Nobert Heitker entscheidet sich in einer Szene, das bunte Treiben im Freibad, inklusive Blasmusik-Kapelle, zu zeigen. Wenig später ist er mit der Kamera hautnah dabei, wenn sich die Festivalbesucher nach einem Regenguss mit seligen Gesichtern im Schlamm wälzen. Und dazu lässt Heitker Maria Callas eine Puccini-Arie singen.
Die schlechte Nachricht für alle Metal-Fans. Das Festival 2014 (Termin: 31. 7. - 2. 8.) ist schon lange ausverkauft. Die gute: Man muss nicht unbedingt hinfahren. Dieser Film nimmt einen mitten hinein ins Geschehen.
 
IDEAL FÜR: Alle, die gern mal dorthin mitgehen, wo es richtig laut ist. Und die sich gern dadurch überraschen lassen, dass Metal-Fans auch zu Blasmusik feiern können.  






Trailer
LÄNGE: 95 min
PRODUKTION: Deutschland 2014
KINOSTART Ö: 23.07.2014
REGIE:  Norbert Heitker
GENRE: Dokumentation|Musikfilm
ALTERSFREIGABE: ab 16