Turbo

Eine Schnecke ist schnell wie der Blitz


FilmClicks:
„Turbo“: Eine Schnecke gegen hochgezüchtete Boliden. Keine Frage, wer das Rennen gewinnt! © CentFox
DIE STORY: Eine kleine Schnecke erfüllt sich in „Turbo“ einen großen Traum: Sie wird zur Rennschnecke, die es beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis mit den stärksten Boliden aufnimmt.
DIE STARS: Im Original hört man die Stimme von Ryan Reynolds und Paul Giamatti, doch das wird dem heimischen Zielpublikum dieses Abenteuers für junge Zuschauer eher egal sein. Die erstklassige 3D-Animations-Arbeit von Regisseur David Soren und seinem Team schaut auch mit deutschem Ton prächtig aus.
KURZKRITIK: Zum Zauber des Animations-Genres gehört es, auch die unglaublichsten Geschichten so erzählen zu können, als wären sie Realität.  Und so ist man in „Turbo“ gern bereit, zu akzeptieren, dass eine winzige Schnecke die Fähigkeit entwickelt, schnell wie der  Blitz zu sein. Bis auf ein paar Szenen im Mittelteil, in denen zu viel Belangloses gequatscht wird, ist der Film ein hinreißendes Märchen, das sehr liebevoll mit einer geballten Ladung Humor und Phantasie erzählt wird.
IDEAL FÜR:  kleine Filmfreunde, die Trickfilme lieben – aber auch für ihre erwachsenen Begleiter. „Turbo“ macht einfach Spaß.
FilmClicks Kritik. Ein Gepard vielleicht, ein Adler oder ein Windhund: Diesen flinken Viechern würde man es möglicherweise zutrauen, in einem Kino-Märchen ein Rennauto zu überholen. Aber eine Schnecke? Ein Tierchen, dessen sprichwörtliche Schneckengeschwindigkeit in der Natur gerade mal drei Meter pro Stunde beträgt? Das ist schon eine kühne Behauptung, die „Turbo“, der Film, seinen Zuschauern zumutet.
 
Doch die Zumutung wird zum Vergnügen. Bald zittert man mit und drückt dem Winzling  die Daumen, der beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis mit heißer Kriechsohle die Boliden das Fürchten lehrt.
 
Der Plot: Die kleine Schnecke, die sich Turbo nennt, ist ein großer Rennsport-Fan. Im Fernsehen schaut Turbo am liebsten Motorsport-Sendungen an, und auf sein Schneckenhaus hat er eine Startnummer gemalt. Doch sein Alltag ist trist. Gemeinsam mit vielen Artgenossen erntet Turbo in einem Gemüsebeet Tomaten ab. Immer in der Gefahr, von fallenden Tomaten überrollt oder, schlimmer noch, von einem Vogel als Mahlzeit gekrallt zu werden.

Aller Anfang ist schwer: Schnecke Turbo trainiert für die Rennkarriere © CentFox

Dann aber setzt der Zauber ein, den der Film braucht, um aus Turbo eine Rennschnecke zu machen. Das Viecherl gerät auf krummen Wegen in das Innere eines Automotors, und als es dort mit heiler Haut und heilem Haus wieder ausgespuckt wird, ist es plötzlich nicht mehr mit Schneckentempo, sondern mit einem Affenzahn unterwegs. Turbo hat sozusagen die Gene eines schnellen Autos inhaliert.
 
Vom Gemüsebeet bis zum Autodrom von Indianapolis ist es freilich ein weiter Weg, und auf diesem kommt der Film manchmal ins Stolpern.  Die Story will es, dass Turbo und Chet, sein Bruder und Beschützer, in die Hände zweier menschlicher Brüder geraten, die einen Taco-Stand betreiben. Deren lange Diskussionen, ob man Turbo nun ins Rennen schicken soll oder nicht, wirken eindeutig als Spaßbremse. Doch dann geht’s endlich los zum Indy 500, und dort erwartet die Zuschauer ein Auto- und Schneckenrennen, wie man es wahrlich noch nie gesehen hat. Mit einem in seiner Absurdität absolut hinreißenden Finale.
 
So ist „Turbo“ ein feines Kino-Abenteuer geworden, das junge wie ältere Besucher entzückt. Und wer an Trickfilmen auch noch die Feinheiten der Animations-Technik genießt, kann hier in eindrucksvollen 3D-Impressionen aus der Tier- und der Motoren-Welt schwelgen. 





Trailer
LÄNGE: 96 min
PRODUKTION: USA 2013
KINOSTART Ö: 03.10.2013
REGIE:  David Soren
GENRE: Animation
ALTERSFREIGABE: jugendfrei


BESETZUNG
Paul Giamatti: Chet (OV)