The Sisters Brothers

Harte Jungs in mörderischer Mission


FilmClicks:
„The Sisters Brothers“: Joaquin Phoenix und John C. Reilly als Charlie und Eli Sisters © Polyfilm
GESAMTEINDRUCK:  „The Sisters Brothers“ ist ein rauer, sehr blutiger, aber auch schwarzhumoriger Western, aus dem John C. Reilly als Killer mit Herz herausragt.
 
DIE STORY: Der Western dreht sich um die Brüder Eli und Charlie Sisters (John C. Reilly und Joaquin Phoenix), die Sisters Brothers also, die als skrupellose Mörder durch den Wilden Westen reiten. Ihr aktueller Auftrag: Sie sollen einen betrügerischen Goldschürfer namens Hermann Warm (Riz Ahmed) töten. Auch der Detektiv John Morris (Jake Gyllenhaal) ist Mr. Warm auf der Spur. Als alle vier Männer aufeinander treffen, gelingt es Warm, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen: Er habe als Chemiker eine todsichere Essenz für die Suche nach Gold entwickelt. Gemeinsam zieht das Quartett los, um am großen Goldrausch zu profitieren. Die Folgen sind spektakulär.

Die Stars: Jake Gyllenhaal, Joaquin Phoenix, John C. Reilly & Riz Ahmed (v. l.) © Polyfilm

DIE STARS: Mit John C. Reilly („Chicago“, „Der Gott des Gemetzels“), Joaquin Phoenix („Walk The Line“, „Gladiator“) und Jake Gyllenhaal („Brokeback Mountain“, „Everest“) sind die Hauptrollen in „The Sisters Brothers“ ausgesprochen edel besetzt. Riz Ahmed, der Vierte im Bunde des schrägen Goldsucher-Quartetts, war zuletzt neben Tom Hardy in „Venom“ zu sehen.
Regisseur Jacques Audiard etablierte sich mit vielfach preisgekrönten Dramen wie „Ein Prophet“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“ als einer der führenden Filmemacher Frankreichs. Gut möglich, dass ihm nach dem Erfolg von „The Sisters Brothers“ (Silberner Löwe für die beste Regie beim Filmfest Venedig 2018) jetzt eine neue Karriere in den USA bevorsteht.

Der sinistre Hermann Warm (Riz Ahmed) will die todsichere Formel für die Goldsuche gefunden haben © Polyfilm

DIE KRITIK: „The Sisters Brothers“ ist in mehrerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Film.
Erstens haucht er dem dahinsiechenden Genre des Westerns trotz vieler tödlicher Duelle neues Leben ein.
Zweitens markiert er das US-Debüt des französischen Meister-Regisseurs Jacques Audiard, der 2015 für das Migrationsdrama „Dämonen und Wunder“ die Goldene Palme von Cannes gewann.
Drittens folgt Audiard allen Regeln der amerikanischen Kunstform des Westerns, fügt aber viele kritische und komische Momente hinzu, die man nicht erwarten würde.
Viertens schließlich treibt Audiard als Regisseur sein Ensemble zur Höchstform an, wobei John C. Reilly (der auch als Produzent hinter dem Projekt steht) seine berühmteren Partner Joaquin Phoenix und Jake Gyllenhaal regelrecht an die Wand spielt.
Natürlich steht das Motto „Erst schießen, dann reden“ bei allen Protagonisten im Vordergrund. Aber zwischendurch gibt’s haarsträubende bis urkomische Momente, die etwas mit giftigen Spinnen, der Kunst des Zähneputzens oder der segensreichen neuen Erfindung der Toilettenspülung (der Film spielt im Jahr 1851) zu tun haben.
Das schönste an dieser Romanverfilmung (nach dem gleichnamigen Bestseller des Kanadiers Patrick deWitt) ist jedoch die Vielschichtigkeit der Figuren. Zwar entspricht der Charlie Sisters von Joaquin Phoenix als Aufschneider und stets schussbereiter Trunkenbold noch am ehesten dem Western-Klischee. Doch der Eli Sisters von John C. Reilly ist ein reflektierter Zeitgenosse, der sich – wenn die Waffen gerade schweigen – viele Gedanken über die Welt und das Leben macht.
Jake Gyllenhaal legt den Detektiv Morris als urbanen Feingeist an, der im rauen Westen eigentlich völlig falsch am Platz ist. Und Riz Ahmed spielt den Goldsucher Hermann Mann als undurchsichtigen Charmebolzen, bei dem man häufig nicht weiß, ob er nun aufrichtig ist oder lügt.
So wird „The Sisters Borthers“ zur prächtigen Mixtur aus Abenteuer, Spannung, schwarzem Humor und gnadenloser Western-Ballerei. Jacques Audiard hat mit feiner Klinge einen Film voller Überraschungen inszeniert, der bis zur letzten Szene immer neue verblüffende Wendungen bereithält.
 
IDEAL FÜR: Alle Western-Fans. Und für alle Nicht-Western-Fans.






Trailer
LÄNGE: 123 min
PRODUKTION: Frankreich / USA 2018
KINOSTART Ö: 15.03.2019
REGIE:  Jacques Audiard
GENRE: Western
ALTERSFREIGABE: ab 14


BESETZUNG
John C. Reilly: Eli Sisters
Joaquin Phoenix: Charlie Sisters
Jake Gyllenhaal: John Morris
Riz Ahmed: Hermann Warm