The Founder

Der lange Weg bis zum Big Mac


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Kinos
„The Founder“: Ray Kroc (Michael Keaton, M.) eröffnet eine neue McDonals's-Filiale © Einhorn
DIE STORY: „The Founder“ ist ein ein fesselnder Wirtschafts-Krimi über zündende Geschäftsideen und Beharrlichkeit, über Skrupellosigkeit und Gier – am Beispiel der Gründung und des Aufstiegs von McDonald’s.
Im Zentrum steht ein anfangs glückloser Handlungsreisender namens Ray Kroc (Michael Keaton). Der Vertreter für Milchshake-Mixer, der so gut wie nie eines seiner Geräte verkauft, bekommt 1954 eines Tages einen Anruf, der sein Leben verändert.
Die Brüder Dick und Mac McDonald aus San Bernardino in Kalifornien bestellen gleich mehrere Mixer bei ihm. Kroc kann sein Glück kaum fassen und möchte sich den Burger-Laden der Brüder mal ansehen. Also fährt er hin und ist begeistert, wie schnell man in dem Laden einen Burger bekommt und wie gut der schmeckt.
Ray Kroc wittert das ganz große Geschäft. Er will aus der Imbissbude eine Fast-Food-Kette für das ganze Land machen. Wogegen die Brüder aber anfangs massive Einwände haben.
Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Stehen heute doch in fast jedem Land dieser Erde die Burger-Bratereien mit dem schreienden Logo.       

Die wahren Gründer: Mac & Dick McDonald (John Carroll Lynch, l. & Nick Offerman) © Einhorn

DIE STARS: Man kann es nicht anders sagen. Michael Keaton hat derzeit einen Lauf. Viele Jahre war der Hollywood-Star so gut wie verschwunden von der Leinwand und aus den Kinos. Aber seit dem fabulösen „Birdman“ (Oscar-Nominierung) und dem nicht weniger tollen „Spotlight“ scheint Hollywood wieder bereit zu sein, ihm großartige Rollen zu geben.
Diesen „Founder“ jedenfalls spielt Keaton hinreißend. Sein Ray Kroc ist eine Rolle, die man fürs Kino hätte erfinden müssen, wenn es den Mann nicht wirklich gegeben hätte. Einen erfolglosen Vertreter, der schon mit allen möglichen Dingen versucht hat, seinen ganz persönlichen „American Dream“ zu leben. Aber erst diese Fastfood-Idee der Brüder McDonald schiebt seinen unbändigen Willen an. Mit unfassbarem Machthunger macht er das Unternehmen größer und größer. Widerstände lässt er nicht gelten. Auch privat nimmt er auf nichts und niemand Rücksicht.
Wunderbar gespielt! Grandios an Keatons Seite agieren auch Nick Offerman und John Carroll Lynch als Dick und Mac McDonald. Nur die Frauenrollen, wie zum Beispiel Laura Dern als Ray Krocs Ehefrau, kommen leider ein wenig zu kurz.     

Das Ehepaar Kroc (Laura Dern & Michael Keaton) bei einem Geschäftsessen © Einhorn

DIE KRITIK: Dem Filmemacher John Lee Hancock scheinen Stoffe wie der zu „The Founder“ sehr zu liegen. Schon mit „Saving Mr. Banks“ (über Walt Disney) und mit dem Football-Drama „Blind Side“ hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er Personen den Zeitgeschichte ganz hervorragend mit Wohlfühlkino verbinden kann.
In „The Founder“ geht’s nun also um die Ursprünge der Fastfood-Kette McDonald`s. Heute kennt sie jeder. Aber wie hat das Geschäft überhaupt begonnen? Wo und wann und mit wessen Ideen? Regisseur Hancock schaltet zwischen die eigentlichen Erfinder namens McDonald noch diesen windigen Vertreter Ray Kroc. Alle Personen hat es wirklich gegeben.
Ray Kroc, das ist die Erkenntnis Nummer Eins, ist der Mann, ohne den McDonald`s wohl nie so groß geworden wäre, wie es der Konzern heute ist.
Die Ausgangslage: In den 50er Jahren boomen in den USA die Drive-In-Schnellimbisse. Wobei der Name in die Irre führte. Denn damals musste man gut und gerne 30 Minuten in seinem Auto warten, bis das gewünschte Essen gebracht wurde.
Als Handelsvertreter litt Ray Kroc ständig unter dieser Art der Essensbeschaffung. Als er die Brüder McDonald mit ihrem revolutionären Küchen-Konzept kennenlernte – jeder Burger innerhalb von 30 Sekunden beim Kunden – war das für ihn nichts Geringeres als eine Erleuchtung. Eine Mammutaufgabe stand für ihn allerdings bevor. Kroc musste die knorrigen Erfinder des Konzepts davon überzeugen, dass jeder Bürger, von der Ost- bis zur Westküste, in den Genuss der Burger kommen sollte.
Zweite Erkenntnis: Eine Erfolgsgeschichte wie die von McDonald`s konnte nur in den USA ihren Anfang nehmen. Denn als Ray Kroc den Brüdern die Erlaubnis abgerungen hatte, ihr Geschäft mittels Franchise zu einem landesweiten zu machen, begann er, in ganz großen Dimensionen zu denken.
In jeder Stadt, so sein Gedanke, sollte es künftig drei Markierungspunkte geben. Das Rathaus mit der amerikanischen Flagge, die Kirche und den McDonald`s-Burgerladen. Drei Orte, an denen sich die Bürger treffen sollten. Mit der Aussicht – und das geht dann wohl nur in den USA – McDonald`s als die neue Kirche auszurufen.
Es ist faszinierend, im Film zuzusehen, wie Ray Kroc das Imperium aufbaut. Wie er Rückschläge wegsteckt. Aber auch, wie aus dem sympathischen Nobody ein machtgeiler Unternehmer wird, der die Gründer schlussendlich mit einer windigen Abmachung übers Ohr haut und aus der Firma entfernt.
Nur am Ende überzieht der Film deutlich. Da wird auf Schrifttafeln erklärt, was aus welcher Figur wurde und welchen Anteil McDonald`s heute zur Ernährung der Weltbevölkerung leistet. Da bekommt der ganze Film leider einen schalen Beigeschmack von Agitation und Propaganda. Wäre nicht nötig gewesen.                          
 
IDEAL FÜR: Alle, die sich mal anschauen wollen, wie aus der ursprünglich tollen Idee, Fastfood mit Qualität zu koppeln, ein Mega-Konzern wurde.   






Trailer
LÄNGE: 115 min
PRODUKTION: USA 2016
KINOSTART Ö: 20.04.2017
REGIE:  John Lee Hancock
GENRE: Biografie|Drama
ALTERSFREIGABE: jugendfrei


BESETZUNG
Michael Keaton: Ray Kroc
John Carroll Lynch: Mac McDonald
Nick Offerman: Dick McDonald
Laura Dern: Ethel Kroc
Linda Cardellini: Joan Smith
B.J. Novak: Harry J. Sonneborn

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