Hördur - Zwischen den Welten

Viel mehr als ein Pferdefilm


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„Hördur - Zwischen den Welten“: Ein Film mit Pferden - und ein Film über eine sehr schwierige Jugend © Einhorn
DIE STORY: Das deutsch-türkische Drama „Hördur“ erzählt von der jungen Aylin (Almila Bagriacik), die große Probleme im Alltag hat. Immer wieder wird die Halbwaise in der Schule gemobbt, bis sie eines Tages ausrastet und eine Mitschülerin verletzt. Daraufhin wird sie zu Sozialstunden auf einem Pferdehof verurteilt.
Dort entdeckt sie ihre wahre Leidenschaft - das Reiten. Aber Aylins Vater befürchtet, dass sich die kleine Familie dieses teure Hobby nicht leisten kann.

Vater und Tochter: Hilmi Sözer (Hasan) und Almila Bagriacik (Aylin) © Einhorn

DIE STARS: Mit Almila Bagriacik - geboren 1990 in Ankara - kann man eine junge Schauspielerin bei der Arbeit beobachten, die das Zärtliche und Ruppige in Aylins Charakter wunderbar miteinander vereint.
An ihrer Seite agieren bewährte Schauspieler wie Hilmi Sözer als ihr Vater und Felicitas Woll als Reiterhof-Besitzerin Iris, die Aylin zeigt, wie sie ihre immer wieder aufflammende Wut kanalisieren kann. Ein wirklich schönes Ensemble.
 
DIE KRITIK: Wenn man „Hördur - Zwischen den Welten“ keinen Gefallen tun möchte, dann pappt man das Etikett Pferdefilm ganz dick drauf. Ja, es wird anständig geritten auf der Leinwand, und das titelgebende Pferd Hördur macht auch einen sehr schönen Eindruck. Aber Regisseur Ekrem Ergün hat in seinen Kino-Erstling viel mehr als nur Pferderücken und wehende Mähnen hineingepackt.
Eigentlich ist dieser Film - und das macht ihn wohl auch für die ganze Familie nicht leicht konsumierbar - ein beinhartes Drama. Ein junges türkischstämmiges Mädchen in Deutschland, das daheim die zu früh verstorbene Mutter ersetzen muss, während sich der Vater bemüht, einigermaßen Geld zu verdienen, damit die Familie über die Runden kommt. Dieses Mädchen denkt hin und wieder auch über sich selber nach. Sie merkt, dass sie heftig pubertiert und mit der gesamten Situation komplett überfordert ist. Bis sie dann ausrastet und eine Mitschülerin zu Schaden kommt. Zu Beginn ist der Film düster wie ein schottisches Drama in den Midlands.
Wenn der Film aber auf dem Reiterhof ankommt und Aylin beginnt, am Leben wieder Spaß zu haben, wenn sie in der kratzbürstigen Iris eine Freundin findet, dann findet auch der Film zu sich. Es wird ordentlich Herz und Wärme gezeigt. Nur Hilmi Sözer (der ein wunderbarer Komiker sein kann) muss hier in seiner Rolle als strenger Vater verharren, der für seine Familie nur einen Ausweg sieht - die Rückkehr in die Türkei. Für seine beiden Kinder ein fremdes Land. Aber wie das so ist im Kino, manchmal gibt es ganz am Ende doch noch Hoffnung.
 
IDEAL FÜR: alle, die Lust auf den etwas anderen Pferdefilm haben - und für Familien, die sich trauen, ihren Kindern im Kino auch große Konflikte zu zeigen.






Trailer
LÄNGE: 84 min
PRODUKTION: Deutschland 2015
KINOSTART Ö: 04.02.2016
REGIE:  Ekrem Ergün
GENRE: Drama
ALTERSFREIGABE: ab 8


BESETZUNG
Felicitas Woll: Iris
Hilmi Sözer: Hasan
Almila Bagriacik: Aylin