Ghostland

Klaviatur der Angst


FilmClicks:
„Ghostland“: In diesem Horrorfilm ist für niemanden Hilfe in Sicht © Polyfilm
GESAMTEINDRUCK: „Ghostland“ liefert ultraharten Horror, der vor nichts zurückschreckt. Weder vor drastischer Gewalt noch vor Zweideutigkeiten, ob sich die Figuren all den Schrecken nur einbilden.   
 
DIE STORY: Ein Haus im Nirgendwo ist der Schauplatz von „Ghostland“. Eine Mutter und ihre zwei Töchter ziehen dort ein. Schon in der ersten Nacht werden sie von zwei Männern brutalst überfallen und überleben die Attacke nur äußerst knapp. Viele Jahre später – die Frauen sind durch die Nacht fürs Leben gekennzeichnet – sind die Drei wieder in diesem Haus und die Ereignisse scheinen sich zu wiederholen. Obwohl die Frauen sicher waren, dass die Angreifer damals gestorben waren. Eine unfassbare grausame Nacht beginnt.         

Im Haus des Schreckens hat keiner gute Laune © Polyfilm

DIE STARS: Dieser Film hat eigentlich nur einen Star. Und den bekommt man im Kino nicht zu Gesicht: Der französische Regisseur Pascal Laugier hat in der Horrorszene den Ruf des Berühmt-Berüchtigten. Sein 2008er Film „Martyrs“ darf bis heute in vielen Ländern nicht ungeschnitten gezeigt werden.
Wie schon vor zehn Jahren setzt Laugier auch dieses Mal auf Namen, die man im Kino kaum kennt. Wie die Serienstars Crystal Reed („Gotham“) und Anastasia Phillips („Reign“) in den Hauptrollen. Als Mutter der beiden ist die Kanadierin Mylène Farmer zu sehen, die man als Musikerin kennen könnte.          

Beth (Crystal Reed) schreibt zwecks Selbsttherapie Horror-Romane © Polyfilm

DIE KRITIK: „Ghostland“ setzt da ein, wo andere Horrorfilme aufhören. Während man sich im Allgemeinen bei Filmemachern darauf verständigt zu haben scheint, dass Horror unterhalten sollte, geht Pascal Laugier immer mehrere Schritte weiter. Der Regisseur ist dem Horror der 1970er Jahre aus den USA verpflichtet, der auch eher wehtat als gefällig zu sein.
Laugiers erster internationaler Hit „Martyrs“ (sein Ausflug nach Amerika mit „The Tall Man“ und Jessica Biel kann eher vernachlässigt werden) war direkter Auf die Zwölf-Horror. Es wurde Menschen so viel Gewalt angetan, dass man den Film nur schwerlich bis zum Ende schauen konnte.
Mit „Ghostland“ verhält es sich ein wenig anders. Erneut geht es um Frauen, die Gewalt ausgesetzt sind. Beth (Crystal Reed) lebt weit entfernt von ihrer Mutter (Mylène Farmer) und von Schwester Vera (Anastasia Phillips). Sie hat nach der nur mit Mühe überlebten Nacht ihren Frieden gemacht, schreibt nun Horror-Bücher. Als ihre Familie nach ihr ruft, kehrt sie ins Horrorhaus zurück, mit fatalen Folgen.
Was sich dann im Haus ereignet, kann man – wenn man harte Horrorfilme mag – sehr schätzen. Denn die Klaviatur der Angst, auf der Laugier spielt, reicht von klassischen Grusel-Zutaten (schweres Atmen und knarrende Dielen) bis zu extremer Gewalt. Aber genau bei der bleibt bis zum Ende – an dem man wieder wie betäubt im Kinosessel sitzt – unklar, woher sie eigentlich kommt.               
 
IDEAL FÜR: Kinogänger, die keinem Horror auf der Leinwand ausweichen. Dieser Film will nicht unterhalten. Er will sein Publikum verstören. 






Trailer
LÄNGE: 91 min
PRODUKTION: Kanada / Frankreich 2017
KINOSTART Ö: 05.04.2018
REGIE:  Pascal Laugier
GENRE: Horror
ALTERSFREIGABE: ab 16


BESETZUNG
Mylène Farmer: Pauline
Crystal Reed: Beth
Anastasia Phillips: Vera