Gallows

Kamera wackelt, Darsteller schreien


FilmClicks:
„Gallows“ : Die Schauspieler müssen nicht spielen, sondern nur schreien © Warner Bros.
DIE STORY: Im Horrorfilm „Gallows“ geht es Jugendlichen in einer Highschool in Nebraska ans Leben. Sie führen ein Theaterstück wieder auf, bei dessen Produktion im Jahr 1993 der Hauptdarsteller den Unfalltod starb. Sein Geist aber ruht noch nicht und macht nun den jungen Amateur-Mimen das Leben zur Hölle.   
 
Das wichtigste Requisit von „Gallows“ ist natürlich die Galgenschnur © Warner Bros.

DIE STARS: Die Herstellung von „Gallows“ hat 100.000 Dollar gekostet - also so gut wie nichts. Das merkt man. Kein professioneller Kameramann kann für die grauenhaft verwackelten Bilder verantwortlich zeichnen. Die jungen Schauspieler hat man kurz nach dem Abspann wieder vergessen (weshalb wir auf Namensnennung verzichten). Und dass die kommenden Filme der Regisseure Chris Lofing und Travis Cluff auf dem DVD-Wühltisch landen, davon kann man ausgehen. Ach so: Ein Star hat sich in diese Produktion nicht verirrt.    
 
 
Igitt! Wer hängt denn da schon wieder unbegabt herum? © Warner Bros.

DIE KRITIK: Seitdem im Jahr 1999 der Irrtum aufkam, der Gruselthriller „The Blair Witch Project“ wäre ein großer und guter Film, hat es immer wieder und wieder Nachahmer gegeben.
Um es ein für alle Mal klar zu stellen: Hinter „Blair Witch“ steckte eine brillante Idee, aber die Ausführung war lausig bis langweilig. Einfach eine Handkamera zu nehmen und bei jedem  Wackeln zu hoffen, das Publikum würde sich erschrecken: Das ist schon eine extrem schlichte Form der Filmemacherei. Mit „The Gallows“ hat dieser Trend einen neuen traurigen Tiefpunkt gefunden.
Dieses Mal geht es nicht um eine Hexe, die angeblich für das Verschwinden von Jugendlichen verantwortlich ist. Der Gruselfilm erzählt gleich zu Beginn – natürlich mit nervtötenden Privataufnahmen – wie Anfang der 90er Jahre das Theaterstück „The Gallows“ aufgeführt wurde und wie der Hauptdarsteller Charlie durch einen Unfall am titelgebenden Galgen sein Leben aushauchte.
20 Jahre später wollen Highschool-Schüler das Stück erneut aufführen. Sie wecken am Abend zuvor aber Charlies Geist, indem sie ihn rufen - wobei man seit vielen Jahrzehnten weiß, dass man das nie tun sollte.
Ähnlich originell ist der Rest des Films gestrickt. Das Ensemble wird immer weiter dezimiert, während die Kamera wackelt und die Darsteller schreien. Dummerweise hat der Film schon das 400fache seiner Herstellungs-Kosten eingespielt. So dass eine Fortsetzung ganz sicher droht.                  
 
IDEAL FÜR: Freunde des Horrorfilms, die Allesgucker sind und nichts verpassen wollen – nicht einmal die mittelmäßigen Streifen.






Trailer
LÄNGE: 81 min
PRODUKTION: USA 2015
KINOSTART Ö: 27.08.2015
REGIE:  Travis Cluff, Chris Lofing
GENRE: Horror
ALTERSFREIGABE: ab 16