Fast & Furious 8

Das Krokodil im Wasserloch


FilmClicks:
„Fast & Furious 8“: Cipher (Charlize Theron) schaut gut aus, ist aber nicht gut zu Dom (Vin Diesel) © Universal
DIE STORY: „Fast & Furious“ beginnt so, wie man sich das vorstellt. An einem exotischen Ort, in Havanna, tritt  Vin Diesel alias Dom Toretto zu einem zünftigen Autorennen gegen einen Einheimischen an. Dom gewinnt, wenngleich sein schrottreifer Bolide erst Feuer fängt und dann im Meer versinkt. Macht nix, alle sind happy und gut drauf.
Das Unheil naht aber gleich in der nächsten Szene in der schönen Gestalt von Charlize Theron. Die herbe Blonde, die hier eine Cyber-Terroristin namens Cipher spielt, hat Dom etwas Wichtiges mitzuteilen.
Plötzlich ist der starke Mann wie ausgewechselt. Er verlässt Gemahlin Letty (Michelle Rodriguez) und den Rest seiner PS-starken Gang. Stattdessen reiht er sich ein in die Truppe von Cipher, die wirklich Übles im Schilde führt: Sie will den Russen ihre Atomraketen-Codes klauen und quasi als One-Woman-Nuklearmacht im Kampf um die Weltherrschaft mitmischen.
Dom Torettos Abgang kommt seiner Clique nicht nur aus privaten Gründen höchst ungelegen. Die Jungs und Mädels, die nun von Luke Hobbs (Dawyne Johnson) angeführt werden, bekommen den Auftrag,  den großen Atom-Coup zu verhindern und Cipher auszuschalten.  Obendrein bekommen sie vom Oberdrahtzieher Mr. Nobody (Kurt Russell) den Agenten Deckard Shaw (Jason Statham) als Gehilfen zur Seite gestellt, den sie in „Fast & Furious 7“ noch als  Schurken bekämpften.
Man sieht: In der „F&F“-Welt bleibt kein Stein auf dem anderen. Und langsam stellt sich auch heraus, dass Dom Toretto nicht freiwillig die Seiten gewechselt hat.

Aus Feinden werden Freunde: Jason Statham (l.) plaudert mit Dwayne Johnson © Universal

DIE STARS: Die wieder einmal ausnehmend attraktive Charlize Theron ist der wichtigste Neuzugang im Personal von „Fast & Furious 8“. Ansonsten trifft man jene Darsteller, die aus der Serie nicht wegzudenken sind. Die Hauptrollen gehören den Muskelmännern Vin Diesel und  Dwayne Johnson. Michelle Rodriguez darf als Vin Diesels Film-Ehefrau nicht fehlen. Jason Statham ergänzt die Riege der schlagkräftigen Männer.
Regisseur F. Gary Gray machte zuletzt mit dem Musikfilm „Straight Outta Compton“ (über die Gangsta Rapper von N.W.A.) Furore.

Und Action! Hinter den Autos taucht ein U-Boot auf © Universal

DIE KRITIK:  Starke Action und schwache Story: Mit diesem Satz ist über den achten Teil der „Fast & Furious“-Serie im Grunde schon alles gesagt. 
Bleiben wir erst einmal bei der Action. Die Automobil-Akrobatik ist virtuos in ihrer brachialen Eleganz und furios in ihrer puren Gewalt. Freilich gibt’s jede Menge Szenen, die in der Realität pure Panik auslösen würden. Es sei mal dahingestellt, ob es heutzutage wirklich noch der Unterhaltung dient, rasende Autos durch belebte Boulevards brettern zu lassen – in einer Zeit, in der durch illegale Autorennen und Terrorfahrten immer wieder Menschen ums Leben kommen.
Eine sehr gelungene und fast kabarettistische Sequenz in New York führt vor, welche Gefahr selbstfahrende Autos  auslösen können. Da übernimmt die Terroristin Cipher mit einem Software-Trick das Kommando über Hunderte Karossen, die sie dann wie eine wilde Meute von Raubtieren durch die Avenues hetzen lässt. Die Fahrer, sofern vorhanden, kurbeln hilflos an ihren Lenkrädern.
Autos sind in diesem Film nicht nur auf der Straße, sondern auch zu Wasser und in der Luft unterwegs. Und für den großen Showdown haben sich die Macher  etwas Einzigartiges ausgedacht. „Fast & Furious 8“ ist vermutlich der erste Film, in dem ein U-Boot in eine Auto-Verfolgungsjagd eingreift. Wie das geht? Nun, die Boliden schlittern über das zugefrorene Polarmeer. Und das Kriegsschiff versucht von unten nicht ohne Erfolg, die Eisschicht aufzubrechen…
Fazit: Wer von einem „Fast & Furious“-Film nichts anderes als quietschende Reifen, heulende Motoren und irrwitzige Stunts erwartet, kommt zu 100 Prozent auf seine Rechnung. Wer aber auch noch eine packende Story will, muss leiden.
Denn erstens dienen die dürren Dialoge, wie stets in der Serie, nur dazu, um die Wartezeit zwischen den Action-Szenen zu überbrücken. Und zweitens aber haben sich die Filmemacher mit dem Plot komplett übernommen.
Wie eingangs geschildert, geht’s in „FF 8“ um nicht weniger als um eine Attacke auf die nukleare Sicherheit der Welt. Dass die Rettung vor dieser globalen Bedrohung dann in die Hand von ein paar Jungs und Mädels mit schnellen Autos gelegt wird, wirkt ziemlich lächerlich. Für die Abwendung solcher Gewahren sind im Blockbuster-Kino für gewöhnlich Superhelden mit Superheldenkräften zuständig. Oder zumindest Geheimagenten vom Schlage eines James Bond.
Die Stars sind definitiv überfordert damit, die Geschichte mit Substanz zu füllen – nicht zuletzt deshalb, weil ihnen das Drehbuch wenig Futter zum Spielen gibt. Charlize Theron etwa wandelt als furchterregend schöne Eisheilige  durch die Kulissen. Zur Begründsung, warum ihre Cyberterroristin Cipher die Weltherrschaft anstrebt, fällt ihr nur der Satz ein, sie wolle „das Krokodil im Wasserloch“ der Großmächte sein. Na, wenn das kein Motiv ist!
Das Spiel leidet auch darunter, dass „Fast & Furious 8“ erstaunlich humorlos angelegt ist. Und das liegt wiederum daran, dass Vin Diesel diesmal die längste Zeit des Films im Lager der Schurken verbringen muss. Da bleibt wenig Zeit für flotte Sprüche: Grimmig attackiert Vin als Dom Toretto seine besten Freunde, inklusive Partnerin Letty, und grimmig schlagen die Kumpels zurück.
Dass die Action-Stars Vin Diesel, Dwayne Johnson und Jason Statham auch sehr witzig und charmant sein können, wird in diesem rauen Benzinbrüder-Abenteuer viel zu wenig ausgenutzt. Aber die Folgen 9 und 10 von „Fast & Furious“ sind ja schon angekündigt: Vielleicht dürfen die Helden dann wieder lustig sein.
 
IDEAL FÜR: alle „Fast & Furious“-Fans.






Trailer
LÄNGE: 136 min
PRODUKTION: USA 2017
KINOSTART Ö: 13.04.2017
REGIE:  F. Gary Gray
GENRE: Action
ALTERSFREIGABE: ab 14


BESETZUNG
Dwayne "The Rock" Johnson: Luke Hobbs
Vin Diesel: Dom Toretto
Helen Mirren: Magdalena Shaw
Michelle Rodriguez: Letty Ortiz
Jason Statham: Deckard Shaw
Charlize Theron: Cipher
Kurt Russell: Mr. Nobody

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