Die brillante Mademoiselle Neila

Schwere Themen - lockere Komödie


FilmClicks:
Ungleiches Gespann: Die Studentin Neila (Camélia Jordana) und ihr Professor (Daniel Auteuil) © SquareOne Universum
GESAMTEINDRUCK: „Die brillante Mademoiselle Neila“ ist eine angenehm provokante Komödie aus Frankreich über den kleinen Rassisten in jedem von uns.
 
DIE STORY: Titelheldin Neila Salah (Camélia Jordana) ist zu Beginn von „Die brillante Mademoiselle Neila“  einfach nur eine Jura-Studentin, die froh ist, es auf die Pariser Law School geschafft zu haben. Aber ausgerechnet zu ihrer ersten Vorlesung kommt sie zu spät. Professor Pierre Mazard (Daniel Auteuil) ist für seine scharfen Sprüche berühmt-berüchtigt. Aber dieses Mal geht er zu weit. Er beleidigt Neila und soll dafür von der Uni fliegen. Es sei denn, er macht die junge Frau in Rhetorik so fit, dass sie einen Wettbewerb gewinnt.

Der Konflikt beginnt: Neila kommt zu spät in die Vorlesung © SquareOne Universum

DIE STARS: Vom Franzosen Daniel Auteuil („Mein bester Freund“) ist man gewohnt, dass er in seinen Rollen brilliert. Und das macht er auch hier als Ekel-Professor, der den weichen Kern in sich entdeckt, sehr gut. Aber er muss sich verdammt anstrengen. Denn Camélia Jordana (in Frankreich bisher vor allem als Sängerin bekannt) erweist sich als Naturtalent. Ein ums andere Mal stiehlt sie Auteuil die Show. Zur großen Freude für die Zuschauer. Für ihre Rolle erhielt Jordana den César-Filmpreis als beste Nachwuchs-Darstellerin.
 
DIE KRITIK: „Die brillante Mademoiselle Neila“ beweist mal wieder, dass die Franzosen wahre Meister der Komödie sind. Es geht um mehrere erdenschwere Themen, die aber locker leicht verhandelt werden: Migration, Rassismus, die Pflege der Sprache und anderes mehr.
Regisseur Yvan Attal („Meine Frau, die Schauspielerin“) beweist reichlich Geschick, wenn er all diese Felder nach und nach abarbeitet (zum Ende wird der Film dann doch ein wenig didaktisch) und dabei die Komödie nicht vergisst.
Dabei deutet zuerst alles auf eine Tragödie hin. Neila wird am ersten Studientag von ihrem Professor Mazard übel beschimpft, weil sie zu spät zur Vorlesung erschienen ist. Mazard schießt dabei weit über das Ziel hinaus, indem er auf Neilas Migrations-Hintergrund abzielt und den dafür verantwortlich macht, dass sie nie eine gute Studentin werden könnte. In unseren digital vernetzten Zeiten wissen bald alle an der Uni über den Vorfall Bescheid.
Wenn der Professor und seine störrische Studentin dann auf Anordnung der Universitätsleitung zu einem Team werden sollen, stehen die Zeichen weiter auf Konflikt. Aber Regisseur Attal setzt nun mehr auf witzige Dialoge. Professor Mazard macht Neila auf sehr ungewöhnliche Weise fit für den Rhetorikwettbewerb. Er lässt sie mitten in der U-Bahn anfangen, Texte von römischen Klassikern wie Cicero laut aufzusagen. Er schickt sie in ein Altenheim, um den Bewohnern dort ihre Argumente vorzutragen. Und beide reden viel miteinander. Erst mit vielen Boshaftigkeiten durchsetzt. Bis sie merken, dass sie aus dieser Beziehung etwas fürs Leben lernen können.
 
IDEAL FÜR: Freunde des französischen Kinos und alle, die gern mit der Sprache spielen.






Trailer
LÄNGE: 97 min
PRODUKTION: Frankreich 2017
KINOSTART Ö: 07.09.2018
REGIE:  Yvan Attal
GENRE: Komödie
ALTERSFREIGABE: ab 6


BESETZUNG
Camélia Jordana: Neila Salah
Daniel Auteuil: Pierre Mazard