Christopher Robin

Ein Mann und sein Bär


FilmClicks:
Christopher Robin (Ewan McGregor) begegnet als erwachsener Mann seinem Kindheitsgefährten Puuh © Disney
GESAMTEINDRUCK: „Christopher Robin“ ist ein wunderbar altmodischer und warmherziger Film, der die legendären Figuren um den Bären Puuh behutsam modernisiert.
                           
DIE STORY: In diesem Film ist Christopher Robin kein Kind mehr. Aus dem Jungen, der mit seinen Gefährten im imaginären Hundert-Morgen-Wald gespielt hat, ist ein Mann geworden. Er war im Krieg, hat geheiratet und ist nun Vater einer Tochter. Ein lange Zeit geplantes Urlaubs-Wochenende für die Familie scheint zur Katastrophe zu werden. Christopher muss allein daheim bleiben und für die Firma seines Chefs einen strengen Sparplan entwerfen. Just an diesem Tag taucht Puuh auf, der seine Kumpels verloren hat. Puuh und Christopher brauchen beide Hilfe. Aber woher soll sie kommen?
 
Wieder vereint: Christopher Robin und sein Kuschelbär bei einem Stadtspaziergang © Disney

DIE STARS:
All die wunderbaren Schauspieler wie Ewan McGregor (als Christopher Robin) können sich noch so viel Mühe geben: Wenn die Tierfiguren, die zu Beginn nur gezeichnet zu sehen sind, im Film als Puppen auftauchen, gehören ihnen allein die Herzen der großen und kleinen Zuschauer. Puuh und I-Ah und Ferkel und Tigger sind herrlich gelungene Wesen, die – zumindest im Original – auch bei den Dialogen punkten können. So ist einmal die Rede von einer Boarding School. Aber Puuh versteht mit seinem geringen Verstand natürlich nur Boring School.
 
Die Familie Robin mit Tochter Madeline und den Tieren © Disney

DIE KRITIK:
„Christopher Robin“ ist innerhalb von wenigen Monaten schon der zweite Film um den Sohn des Autors A. A. Milne, des Erfinders des Hundert-Morgen-Waldes mit all seinen phantasievollen Figuren. „Good Bye, Christopher Robin“ richtete sich eher an den erwachsenen Zuschauer, indem er vom kleinen Christopher erzählte, der sich plötzlich einem riesengroßen Medieninteresse gegenübersah.
Die Disney-Produktion „Christopher Robin“ versucht nun, eine Geschichte für Groß und Klein zu erzählen. Leider bleibt Regisseur Marc Forster (er inszenierte vor Jahren den Bond-Thriller „Ein Quantum Trost“) hin und wieder in der Mitte stecken. So braucht er jede Menge Zeit – was für Kinder anstrengend sein dürfte – , bis die Puppenfiguren auftauchen und endlich Schwung in die Geschichte bringen.
Bis zu diesem Punkt ist der Film – nach einem tollen gezeichneten Anfang – doch recht zäh. Es wird Christophers Weg vom Kind zum Mann umrissen (Ewan McGregor liefert eine solide Vorstellung). Man erfährt, was er im Krieg erlebte. Wie er seine Frau Emily (Hayley Atwell) kennenlernte. Und wie seine Tochter Madeline (Bronte Carmichel) zu Beginn ohne den Papa aufwuchs.
Dieser erwachsene Christopher hat die Traum-Zauberwesen seiner Kindheit vergessen. Doch dann hinterlässt seine Tochter voller Enttäuschung, weil sie das Wochenende ohne den geliebten Papa verbringen muss, eine alte Zeichnung in der Wohnung, auf der sich Christopher mit Puuh und seiner ganzen Bande gemalt hat. Da öffnet sich eine Tür in seine Vergangenheit.
Kurz darauf steht Puuh vor Christopher und holt ihn ab zu einem wilden Abenteuer, bei dem es um die Suche nach den Freunden wie Tigger geht, aber auch um den obligatorischen Kampf gegen das Heffalump und viele andere Dinge mehr.
„Christopher Robin“ ist exzellent fotografiert. Besonders bei den Szenen im Hundert-Morgen-Wald und an dessen Rande, an dem Puuh auf Christopher wartet, gehen dem Zuschauer schier die Augen über. Wer sehr rational eingestellt ist, könnte auch einen Anflug von Kitsch spüren.
Am Ende wird, wie bei Märchen üblich, die große Gefühlskeule rausgeholt. Alle finden zu ihren Freunden. Der Böse wird enttarnt und die Welt ist wieder – zumindest für zwei Stunden – ein bisschen kindlicher geworden.
 
IDEAL FÜR: Den nächsten Ausflug ins Kino mit der ganzen Familie.






Trailer
LÄNGE: 109 min
PRODUKTION: USA 2018
KINOSTART Ö: 15.08.2018
REGIE:  Marc Forster
GENRE: Familie/Kinder|Fantasy
ALTERSFREIGABE: ab 8


BESETZUNG
Ewan McGregor: Christopher Robin
Mark Gatiss: Giles Winslow
Bronte Carmichael : Madeline Robin
Hayley Atwell: Evelyn Robin