Bullyparade - Der Film

Auf dem direkten Weg zur nächsten Pointe


FilmClicks:
„Bullyparade – Der Film“: Kaiser Franz (Christian Tramitz) und Gemahlin Sissi (Michael Bully Herbig) © Warner Bros.
DIE STORY:  „Bullyparade – Der Film“ ist eine Komödie, deren Titel von der Bescheidenheit ihrer Schöpfer zeugt. Denn die Scherzbolde Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben nicht nur einen, sondern gleich fünf Filme ins Kino-Comeback ihrer legendären TV-Serie, der „Bullyparade“,  gepackt.
In 100 Minuten bekommt  man die höchst unterschiedlichen Schwänke „Zurück in die Zone“, „Winnetou in Love“, „Wechseljahre einer Kaiserin“, „Lutz of Wall Street“ und „Planet der Frauen“ zu sehen.
Das heißt, so unterschiedlich sind die Episoden gar nicht. Denn obwohl sich der Bogen vom Western über eine altösterreichische Majestäten-Klamotte bis hin zur Science Fiction spannt, sieht man doch immer wieder die gleichen Herren – Herbig, Tramitz & Kavanian -, die einander in wechselnden Kostümierungen scherzend und/oder grollend gegenübertreten.
Im Grunde ist es auch völlig egal, in welchem Genre sich das Trio gerade aufhält. Herbig, Tramitz & Kavanian – die das Lustspiel auch geschrieben haben – geht es nicht um Storys mit kunstvoll konstruierten Spannungsbögen, sondern immer um den direkten Weg zur nächsten Pointe. Den sie im Minutentakt auch finden.
So dürfen sich „Bullyparade“-Kenner und –Novizen an Westernhelden erfreuen, die einander in bewährter Weise mit einem kernig-bayerischen „Servus“ begrüßen („Winnetou in Love“). An anderer Stelle wird ein Zusammenhang zwischen Waldspaziergängen und dem technologischen Fortschritt in der Sanitärtechnik hergestellt („Wechseljahre einer Kaiserin“), während, noch einmal in „Winnetou in Love“, ein sehr trockenes Thema zur Sprache kommt: Wie soll man erfolgreich einen Bootsverleih betreiben, wenn der dazugehörige See kein See ist (weil ihm das Wasser fehlt)?

Abenteuer im Weltall: Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian © Warner

DIE STARS: Die Münchner Komödianten Michael Bully Herbig (heute 49), Christian Tramitz (62) und Rick Kavanian (46) starteten 1997 auf dem Sender ProSieben eine Sketch-Show mit dem Titel „Bullyparade“, die nach anfangs eher mäßigen Einschaltquoten bald Kult wurde. 2001 beschlossen sie, als Spin-Off der Serie einen Film zu drehen.
Daraus entstand die Farce „Der Schuh des Manitu“, eine Parodie auf die alten Karl-May-Filme, die zum Phänomen wurde: In Deutschland stürmten 11,7 Millionen Besucher die Kinos, in Österreich knapp 1,8 Millionen. Das sind Werte, die in beiden Ländern seither kein Hollywood-Megahit erreicht hat.
Die „Bullyparade“ wurde 2002 auf Wunsch des Trios nach 90 Sendungen eingestellt. Zum 20-jährigen Jubiläum entstand nun „Bullyparade – Der Film“.

Es war einmal im Wilden Westen: Michael Bully Herbig als Winnetou © Warner

DIE KRITIK: Viele Pointen sind richtig gut. Andere Pointen sind auf eine absurd depperte Weise auch gut. Und dann gibt’s Scherze, bei denen man den Mut der „Bullyparade“-Künstler bewundert, mit so einem infantilen Schwachsinn an die Öffentlichkeit zu gehen.
Kurzum: Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben sich zwar neue Sketches ausgedacht, aber ansonsten hat sich bei ihnen nichts verändert. Der Film setzt dort an, wo die TV-Serie aufhörte. Die drei „Bullyparade“-Parodisten tragen mit treuherzigem Charme und freundlichem Grinsen ein Gag-Gewitter vor, das zwischen Weltklasse-Comedy und  müden Schüler-Scherzen schwankt.
Dabei bleiben sie nicht allein. In der ersten Episode „Zurück in die Zone“ führt David Hasselhoff vor, wie es ihm 1989 gelang, mit der Kraft seiner Stimme die Berliner Mauer zu stürzen. In „Winnetou In Love“ hat der „Schuh des Manitu“-Veteran Sky Du Mont einen Gastauftritt als General Otto Motors. Auch Til Schweiger, Elyas M’Barek und sogar Muskelmann Chuck Norris schauen mal kurz vor der Kamera vorbei.
Kenner der „Bullyparade“-Serie werden sich im Film wie zu Hause fühlen. Winnetou & Old Shatterhand, das Kaiserpaar Franz & Sissi sowie die Raumfahrer Captain  Kork & Mr. Spuck wurden mit neuen Sketches (Co-Autor: Alfons Biedermann) aus dem Fundus geholt. Der DDR-Schwank „Zurück in die Zone“ wendet sich vorwiegend an die deutschen Fans, während „Lutz of Wall Street“ den Finanzhai-Blockbuster von Martin Scorsese auf die Schaufel nimmt.
Natürlich ist Michael Bully Herbig, der wieder Regie führt, kein Scorsese. Aber er hat ein prima Gefühl für die Humor-Beschleuniger, die man zum Auslösen von Lachsalven braucht: Rhythmus und präzises Timing. Die Pointen werden zielsicher auf den Punkt gesetzt.
Irgendeine Form von tieferem Sinn wird man in diesem freundlichen Klamauk freilich vergeblich suchen. „Bullyparade – Der Film“ ist ein pures Unterhaltungsprodukt, das seine Ziele mal gut und mal weniger gut erreicht.
 
IDEAL FÜR: „Bullyparade“-Fans und  für eine neue Generation von Spaß-Suchenden.






Trailer
LÄNGE: 100 min
PRODUKTION: Deutschland 2017
KINOSTART Ö: 17.08.2017
REGIE:  Michael Bully Herbig
GENRE: Komödie
ALTERSFREIGABE: ab 6


BESETZUNG
Michael Bully Herbig: Winnetou, Mr. Spuck, Sissi, Sigi Solo, König Ludwig, Lutz, Kastagnette 1
Rick Kavanian: Schrotty, Feldmarschall, Dr. Schmitz, Löffler, Dimitri, KingKlon, Yeti, James Beam, Jens Kasirske ua
Christian Tramitz: Old Shatterhand, Captain Kork, Kaiser Franz, Mr. Moneymaker, Jörg Kasirske, Bronko, Kastagnette2 ua.

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