A Star Is Born

Pop & Poesie


FilmClicks:
Der Countryrocker Jackson (Bradley Cooper) öffnet der begabten Ally (Lady Gaga) den Weg zur Karriere © Warner Bros.
GESAMTEINDRUCK: „A Star Is Born“ ist ein großes Hollywood-Melodram mit großen Stars (Lady Gaga & Bradley Cooper), großen Gefühlen und großartiger Musik.
 
DIE STORY: Der dem Alkohol und den Drogen zugeneigte Countryrock-Star Jackson Maine (Cooper) hat nach einem Konzert noch Durst und landet auf der Suche nach einem Drink in einer Travestie-Bar, in der eine scheue junge Dame namens Ally (Lady Gaga) singt. Jackson ist beeindruckt vom unüberhörbaren Talent Allys, die als Kellnerin ihr Geld verdient. Erst entsteht ein Flirt, dann Liebe – und bald überredet der Rocker seine neue Freundin, mit ihm auf die Bühne zu gehen. Wo es nicht lange dauert, bis die Musikindustrie auf Ally aufmerksam wird – A Star Is Born…

Auch abseits der Bühne geht's für Jackson und Ally stets um Musik © Warner

DIE STARS: Bradley Cooper, 43, spielte jahrelang in TV-Produktionen, bis ihm 2009 mit seiner zweiten Kino-Hauptrolle der große Durchbruch gelang: die alkoholgetränkte Komödie „Hangover“ wurde zum weltweiten Hit. Seither wurde Cooper zu einem der gefragtesten Darsteller Hollywoods, der für drei seiner Filme („Silver Linings“, „American Hustle“ und „American Sniper“) vier Oscar-Nominierungen einheimste. Mit „A Star Is Born“ macht Cooper nun den nächsten Karriere-Schritt. Er spielt nicht nur eine Hauptrolle, sondern führt erstmals auch Regie.
Lady Gaga, geboren 1986 in New York als Stefani Joanne Angelina Germanotta, spielte schon als Teenager in Schulaufführungen von Musicals. Neben ihrem Musikstudium an der Tisch School of the Arts der New York University nahm sie auch Schauspielunterricht, bevor sie sich ganz auf ihre Musik-Karriere konzentrierte.  Mit mehr als 27 Millionen verkauften Alben und mehr als 146 Millionen Singles zählt sie zu den erfolgreichsten Künstlerinnen in der Geschichte der Popmusik.

Im Rampenlicht: Ally (Lady Gaga) überholt karrieremäßig ihren Entdecker © Warner

DIE KRITIK: „A Star Is Born“ ist bereits die vierte Verfilmung der Geschichte einer unbekannten Sängerin, die von einem berühmten Musiker entdeckt wird und diesen karrieremäßig bald hinter sich lässt. Die Story, die erstmals 1937 auf die Leinwand kam, funktioniert auch 2018 ganz prächtig. Regie-Novize Bradley Cooper lässt Lady Gaga als Schauspielerin wie als Sängerin glänzen  und er hat auch selbst viele bärenstarke Momente vor der Kamera.
Eine tobende Rock-Arena, eine schneidende E-Gitarre: Mit diesen Klängen geht die Neufassung von „A Star Is Born“ los. Bradley Cooper ist der Mann am Instrument. Er spielt nicht Luftgitarre, sondern haut höchstpersönlich in die Saiten und rockt auch als Sänger eindrucksvoll drauf los.  So bekommt man zur Einstimmung auf den Film gleich mal eine pfundige Countryrock-Nummer, die sich ausgiebig entfalten darf.
Musik, viel Musik, ist von der ersten bis zur letzten Szene ein Hauptelement dieses Films. Lady Gaga wird als scheue Ally mit einer wunderschönen Version von „La vie en rose“ vorgestellt. Später kann Ally in etlichen Songs ihre Talente von Rock bis Country vorführen, um schließlich zu jenen Pop-Sounds zu wechseln, mit denen die echte Lady Gaga  weltberühmt geworden ist.
Bradley Cooper wiederum beweist, dass er auch als Musiker ein Mann fürs große Publikum sein könnte. Einige Songs aus dem Film wurden von ihm und Lady Gaga live bei Festivals aufgenommen.
Den Country-Star Jackson Maine legt der Filmstar Cooper als zwiespältiges Wesen an: Einerseits großherziger, souveräner Kumpeltyp, andererseits hochlabiler Mann mit Hang zur Selbstzerstörung.
Diese Rollencharakteristik funktioniert wie auf Schienen. So bleibt Bradley Cooper viel Zeit, sich erstmals als Regisseur zu erproben – und auch das gelingt ihm ausgesprochen gut. „A Star Is Born“ ist ein rauer und zärtlicher, fröhlicher und tragischer Film geworden, der nur in einer Szene, bei einer Grammy-Verleihung, buchstäblich in die Hose geht.
Bemerkenswert ist das famose Spiel der Hauptdarstellerin. In den frühen Szenen der talentierten Ally hat man nie das Gefühl, dem Weltstar Lady Gaga dabei zuzuschauen, wie sie ein Mauerblümchen spielt. Ganz im Gegenteil – diese Ally wirkt absolut authentisch in ihrer Zurückhaltung, ihren Zweifeln und auch in dem leicht absurden Kummer, nicht attraktiv genug zu sein für eine Karriere in der Popwelt („meine Nase ist zu groß“). Und wenn sie dann erstmals auf eine große Bühne darf, strahlt sie Lampenfieber aus und grenzenloses Staunen über diese Zauberwelt des Pop.
Die Atmosphäre zwischen Gaga und Cooper knistert nur so – auch im Schlussdrittel des Films, wenn die Beziehung zwischen Ally und Jackson in die Krise gerät. Wer die früheren Versionen von „A Star Is Born“ kennt, weiß, dass diese Geschichte über die Liebe, die Musik und den Ruhm keine Happy-End-Romanze im gewohnten Sinne ist. Doch zum Glück gibt es Lady Gaga: Mit einer wunderschönen Ballade schenkt sie dem Film ein bittersüßes Finale.
 
IDEAL FÜR: Lady-Gaga-Fans, Bradley-Cooper-Fans und für alle, die großes Gefühlskino lieben.







Trailer
LÄNGE: 137 min
PRODUKTION: USA 2018
KINOSTART Ö: 04.10.2018
REGIE:  Bradley Cooper
GENRE: Drama|Musikfilm|Romanze
ALTERSFREIGABE: ab 12


BESETZUNG
Bradley Cooper: Jackson Maine
Rafi Gavron: Rez
Bonnie Somerville: Sally Cummings
Dave Chappelle: Noodles
Sam Elliott : Bobby Maine
Lady Gaga: Ally