Die Bücherdiebin

Geschichten gegen die Angst


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Heilsame Worte: Liesel (Sophie Nélisse) liest dem fiebernden Flüchtling Max (Ben Schnetzer) vor © Centfox
DIE STORY: Die Bestseller-Verfilmung  „Die Bücherdiebin“  ist eine emotional mitreißende Geschichte über ein Mädchen aus Deutschland, dem Bücher und einige wunderbare Menschen dabei helfen, die Schrecken der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs zu ertragen. Im Zentrum steht die zu Beginn neunjährige Liesel (Sophie Nélisse), die im Nazi-Jahr 1938 zu Pflegeeltern kommt. Rosa Hubermann (Emily Watson), die Pflegemutter, ist eine fluchende, düstere Furie. Immerhin: Hans, ihr Mann (Geoffrey Rush), der daheim mächtig unter dem Pantoffel steht, entpuppt sich als Lebenskünstler.
Liesel arrangiert sich, so gut es geht, mit den ungeliebten Verhältnissen. Doch sie taucht, wo immer möglich, ein in die Bücher, mit denen sie sich eine Gegenwelt zur rauen Realität aufbauen kann. Ein besonderer - und gefährdeter – Gast der Hubermanns verstärkt noch ihre Zuneigung zu den geschriebenen Geschichten: Der junge Mann heißt Max. Er ist Jude. Die Eheleute (auch die grantige Rosa hat in Wahrheit ein großes Herz) verstecken ihn vor den Nazi-Häschern.
 
DIE STARS: Die junge Kanadierin Sophie Nélisse ist eine Entdeckung: Sie verleiht der Liesel eine geballte Ladung Courage, Humor und Leidenschaft. Eine reife, vielversprechende Leistung. Auch die arrivierten Stars Emily Watson und Geoffrey Rush liefern – verbissen die eine, melancholisch-heiter der andere – großes Schauspiel ab. Erste Kräfte aus Deutschland wie Heike Makatsch oder Barbara Auer sind in wichtigen Nebenrollen dabei.
 
DIE KRITIK: Regisseur Brian Percival („Downton Abbey“) hat mit großer Sensibilität und viel Spannung inszeniert.
„Die Bücherdiebin“ ist eine Tragödie mit vielen hellen Momenten. Eine Story, die einen niederreißen kann und die zugleich wieder Mut macht. Sie handelt vom Widerstand, und davon, sich einer bösen Macht nicht kampflos zu ergeben. Und von der Zuversicht, dass aller Schrecken mal ein Ende nehmen könnte.
Die Hauptfigur Liesel ist zu Beginn der Story praktisch Analphabetin.  Die erste gute Tat ihres Pflegevaters: Er bringt ihr das Lesen bei. Als an Führers Geburtstag in der Kleinstadt eine Bücherverbrennung angesagt ist, muss auch Liesel einen Band in die Flammen werfen. Doch später schleicht sie sich noch mal raus und rettet ein angekokeltes  Buch aus den Flammen. Viele andere werden folgen.
Der Film braucht nicht auf die Tränendrüse zu drücken, um tief zu berühren. Es vergehen kaum zwei Minuten,  da bietet sich schon die erste Gelegenheit, ein paar Tränen aus den Augen zu reiben. Später lädt das Werk in seiner Schilderung des Lebens während der Diktatur zum Vergleich mit unserer heutigen Zeit. Unvorstellbar, was damals als Alltag galt: Wenn es an der Tür klopft, kann es ein Gestapo-Mann sein. Wenn man sich informieren will, bekommt man nur Nazi-Propaganda. Wenn man eine regimekritische Meinung äußert, bedeutet das große Gefahr. Und wenn Flugzeugbrummen am Himmel ertönt, dann ist das keine Passagiermaschine, sondern ein Bomber, der seine tödliche Fracht ausspuckt.

IDEAL FÜR: alle Leser, die den Roman „Die Bücherdiebin“ lieben. Und ideal auch für alle, die das Abenteuer wagen, sich von Liesel in eine Welt mittragen zu lassen, die kein Mensch jemals erleben will. Das alles in einem Film aus angelsächsischer Produktion über die Zeit der Nazi-Diktatur, in dem Menschen aus Deutschland einmal nicht die Schurkenrolle zugeschrieben wird. Sondern jene der mutigen Helden des Alltags.






Trailer
Interview
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LÄNGE: 131 min
PRODUKTION: USA 2013
KINOSTART Ö: 13.03.2014
REGIE:  Brian Percival
GENRE: Drama


BESETZUNG
Sophie Nélisse: Liesel Meminger
Geoffrey Rush: Hans Hubermann
Emily Watson: Rosa Hubermann