Filmclicks-Premiere

„Exit Marrakech“: Eine Kino-Gala in Wien mit Caroline Link

22.10.2013
Gutgelaunt in Wien: Regisseurin Caroline Link kam zur Premiere von „Exit Marrakech“ ins Apollo-Kino © Katharina Sartena
100 FilmClicks-User applaudierten am 21. Oktober im Wiener Apollo-Kino der Regisseurin Caroline Link: Die FilmClicks-Premiere  von „Exit Marrakech“, dem neuen Film der Oscar-Preisträgerin Link, wurde zum rauschenden Erfolg. Anschließend brachte ein Bus mit der schönen Zielaufschrift „Exit Marrakech“ viele Gäste zur Party ins Wiener Restaurant „Aux Gazelles“.
Gala. Der rote Teppich war ausgerollt, die Blitzlichter der Fotografen blitzten im Akkord: Die deutsche Filmemacherin Caroline Link kam am Montag gemeinsam mit Produzent Peter Herrmann zur Galapremiere ihres Kinodramas „Exit Marrakech“ nach Wien. Begrüßt von Christof Papousek, dem Geschäftsführer der Cineplexx-Constantin-Firmengruppe, schrieb die Münchnerin eifrig Autogramme, bevor die Vorstellung begann. FilmClicks war gemeinsam mit der ORF-Station Radio Wien der Medienpartner des Abends: 100 User von www.filmclicks.at hatten Tickets für die „Exit Marrakech“-Gala gewonnen.

Constantin-Chef Christof Papousek (li.) mit Caroline Link und Produzent Peter Herrmann © Katharina Sartena

 
„Exit Marrakech“ ist ein fesselnder Film, der eine bewegende Geschichte erzählt und obendrein viel Fernweh weckt.  Caroline Link, die schon ihren Oscar-Siegerfilm „Nirgendwo in Afrika“ irgendwo in Afrika drehte, in Kenia nämlich, wählte diesmal mit Marokko erneut ein afrikanisches Land als Schauplatz aus.
 
Vor dem Hintergrund der quirligen Stadt Marrakech, des Atlas-Gebirges und der Wüste (betörend ins Bild gerückt von Kamerafrau Bella Halben), entwickelt sich ein Vater-Sohn-Drama. Im Zentrum: Deutschlands Top-Star Ulrich Tukur. Er spielt einen berühmten Theaterregisseur, dessen Liebe zur Kunst über die Jahre viel stärker war als jene zu seinem Sohn.  Und dieser Sohn, der 17-jährige Ben (Shooting Star Samuel Schneider) soll jetzt seinen Urlaub gemeinsam mit dem Vater in Marokko verbringen. Die beiden stellen einmal mehr fest, dass sie einander wenig zu sagen haben. Und Ben haut irgendwann ab – aufs Land, in die Berge, begleitet von einer marokkanischen Schönheit namens  Karima (Hafzia Herzi). Eine abenteuerliche Reise beginnt.
 
Das Publikum im Wiener Apollo-Kino spendete tosenden Applaus. Als der Beifall verebbte, erzählte Caroline Link im Gespräch mit FilmClicks-Chefredakteur Gunther Baumann über die Hintergründe des Films und sie beantwortete Fragen aus dem Publikum.
 
Nach der Premiere: FilmClicks-Chefredakteur Gunther Baumann mit Caroline Link © Katharina Sartena

Die Filmemacherin, die ihre Drehbücher selbst schreibt, ist selbst Mutter einer Tochter. Wäre es da nicht naheliegender gewesen, eine Mutter-Tochter-Geschichte zu schreiben? Nein, findet Caroline Link: „Ich kann mich als Autorin in die unterschiedlichsten Persönlichkeiten hineinfühlen. Mir ging es in diesem Fall um einen Teenager, der im Grunde ohne Vater aufwuchs.  In meinem Umfeld sehe ich viele junge Männer, die ohne männliche Bezugsperson heranwachsen, und ich glaube, das ist ein Problem.“
 
Warum der Schauplatz Marokko? Caroline Link erzählte, dass sie vor 22 Jahren mit ihrem Lebensgefährten, dem Regisseur Dominik Graf, eine wunderschöne Urlaubsreise in das nordafrikanische Land unternahm und seither davon träumte, dort einmal zu drehen.
 
Was die Schauspieler betrifft, meinte die Regisseurin, dass Ulrich Tukur eine Wunschbesetzung gewesen sei: „Wenn man einen Mittfünfziger für so eine Rolle braucht, dann denkt man sehr bald an den Uli.“ Viel schwieriger sei es gewesen, den Sohn zu casten. „Ich hatte ursprünglich an einen pickeligen 15-Jährigen gedacht, aber dann kam Samuel zum Vorsprechen, und er war einfach der Beste. Aber ich fand ihn viel zu attraktiv für die Rolle!“ Die Lösung dieses Luxusproblems: Caroline Link ließ Schneider eine Zahnspange anpassen und schrieb seiner Filmfigur Ben eine Diabetes-Erkrankung in die Rolle. So wurde die Makellosigkeit von Samuel/Ben ein wenig gebrochen.

Nächster Halt Marrakech: Der rot-weiße Partybus © Isabel Birnstingl

„Exit Marrakech“ läuft am 24. Oktober in Deutschland und am 25. Oktober in Österreich landesweit in den Kinos an.