Nach einer wahren Geschichte

Geheimnisse im Polanski-Stil


FilmClicks:
Die geheimnisvolle L. (Eva Green, r.) wird immer wichtiger für Autorin Delphine (Emmanuelle Seigner) © Studiocanal
GESAMTEINDRUCK: Das Thriller-Drama „Nach einer wahren Geschichte“ ist angenehm verrätselt. Hin und wieder blitzt der alte boshafte Stil von Regisseur Roman Polanski auf.
 
DIE STORY: „Nach einer wahren Geschichte“ erzählt von einer Bestseller-Autorin, die unter einer Schreibblockade leidet. Die scheint sich zu legen, als eine Frau anbietet, ihr behilflich zu sein. Allerdings drängt sich die Fremde immer mehr in das Leben der Schriftstellerin und will Kontrolle über ihr Leben.
 
DIE STARS: Emmanuelle Seigner als Autorin und Eva Green als mysteriöse Frau liefern sich einige schöne Psychoduelle. Aber weil das Drehbuch die beiden nicht wirklich fordert, bleiben Höchstleistungen aus.

Kontrolle: L. (Eva Green) am Computer von Delphine © Studiocanal

DIE KRITIK: Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ knüpft in gewisser Weise an einen Punkt an, dem sich der legendäre Regisseur vor sieben Jahren schon einmal im Politthriller „Der Ghostwriter“ gewidmet hat.
In seinem neuen Film gibt es auch wieder solch eine Ghostwriter-Figur, eine Frau dieses Mal. L. (Eva Green) tritt eines Tages in das Leben der berühmten Schriftstellerin Delphine (Emmanuelle Seigner). Die hat gerade ein Skandalbuch über das Leben ihrer Mutter veröffentlicht. Die Öffentlichkeit erwartet mehr. Delphine jedoch ist müde und kann nicht mehr.
L. bietet sich in dieser Phase der Schreibblockade (keine unbedingt neue Idee für einen Film) als Hilfe an. Sie übernimmt die Organisation der Tagesabläufe, zieht irgendwann bei Delphine ein. Was darauf folgt, kann sich jeder Thriller-Fan denken. L. wird immer mehr zu Delphine. Kleidet sich wie sie, übernimmt Termine für sie. Aber warum?
Wenn man bedenkt, dass der französische Krimi-Spezialist Olivier Assayas beim Drehbuchschreiben unterstützend eingegriffen hat, ist das Ergebnis ein wenig enttäuschend. Aber Polanski weiß seine Zuschauer immer noch gut zu erschrecken. Einige Träume sind wirklich schön inszeniert - besonders, wenn die tote Mutter auftaucht. Und über das Ende darf man sich schön den Kopf zerbrechen.
 
IDEAL FÜR: Freunde des Kinos von Roman Polanski, der hier zeigt, was für ein großer Meister er mal war.






Trailer
LÄNGE: 110 min
PRODUKTION: Frankreich 2017
KINOSTART Ö: 29.06.2018
REGIE:  Roman Polanski
GENRE: Drama|Thriller
ALTERSFREIGABE: ab 16


BESETZUNG
Emmanuelle Seigner: Delphine
Eva Green: L.