Baymax – Riesiges Robowabohu

Ein Roboter als Held wider Willen


FilmClicks:
Ein inniges Gespann: Der dicke Roboter Baymax und sein Freund, der 14-jährige Technik-Guru Hiro © Disney
DIE STORY: „Baymax“, die Titelfigur des neuen Disney-Animationsfilms, ist ein Roboter, ein hilfreicher Geist, der in der Fantasiestadt San Fransokyo  daheim ist. Seine Aufgabe: Er soll Arztbesuche überflüssig machen und jeden Tag ein Auge auf seine Besitzer haben.
Zwei Menschen spielen wichtige Rollen für Baymax‘ Existenz: Die Brüder Tadeshi und Hiro Hamada. Der Erfinder Tadeshi Hamada hat Baymax konstruiert.  Aber bevor der rundliche Roboter (im Deutschen hinreißend von Bastian Pastewka gesprochen) in Betrieb gehen kann, kommt Tadeshi bei einem Unfall ums Leben und der Roboter gerät in Vergessenheit.
Tadeshis kleiner Bruder Hiro, 14, ist ebenfalls ein Technik-Genie. Er hat die Microbots erfunden, winzige Roboter, mit denen sich Großes anstellen lässt. Aber nach Tadeshis Tod hat sich Hiro zurückgezogen. Dann entdeckt er eher zufällig Baymax. Und er entdeckt, dass ein Schurke mit seinen Microbots Böses vorhat.  Hiro, der Teenager, und Baymax, der Roboter, werden zu einem Gespann und zu – sehr unwahrscheinlichen – Helden. Ihr Ziel: Sie müssen die Pläne des Schurken durchkreuzen.

Eine hinreißende Figur: Der Roboter Baymax © Disney

DIE STARS: „Baymax – Riesiges Robowabohu“ bietet zahlreiche charmante Figuren. Aber es gibt nur einen Charakter, der gute Chancen hat, dass man sich an ihn auch noch in vielen Jahren erinnert. Der Gesundheits-Roboter Baymax ist der Knaller schlechthin. Er ist darauf programmiert, Menschen zu helfen. Nun soll er aber jemanden jagen, was gegen seine Maschinen-Natur verstößt. Ein Computer mit Gewissen und Problemen. Und Stimmungsschwankungen. Der Film schafft es spielend, dass man Baymax als liebenswürdigen Charakter sieht.
 
DIE KRITIK: Es ist eine der großen Stärken von Disney, immer wieder Helden zu erschaffen, an denen man sich orientiert (wenn man noch klein genug ist) oder von denen man sich extrem gut unterhalten fühlt.
Mit „Baymax“ hat der Konzern wieder mal ganze Arbeit geleistet. Man muss erst mal auf die Idee kommen, einen tapsigen und rundgelutschten Gesundheits-Roboter ins Zentrum eines Films zu stellen.
Baymax erfüllt alle Kriterien, im Klugscheißen eine glatte Eins zu bekommen. Wenn er Krankheiten diagnostizieren und Heilwege finden soll, ist er ganz großartig. Aber zum Helden taugt er überhaupt nicht. Als hätte ein stoischer Bill Murray ein Jahr lang nur Chips gefuttert und müsste nun durch die Schluchten einer Großstadt fliegen, einem Bösewicht hinterher.  Unvorstellbar? Dank der Disney-Magie funktioniert das.
Baymax und der kleine Hiro sind nicht allein, wenn sie sich dem Bösewicht des Films entgegenstellen.  Sie verbünden sich mit vier weiteren jungen Nachwuchs-Wissenschaftlern (deshalb heißt der Film im Original „Big Hero 6“) und mutieren zu Superhelden, um dem Schurken das Handwerk zu legen. Diese Transformation zu Helden ist sehr lustig anzusehen. Und wenn dann die Helden über die Fantasiestadt San Fransokyo hinwegfliegen, gibt es kein Halten mehr.
Action in 3D wird in diesem Animations-Abenteuer sehr groß geschrieben. Aber keine dumpfe Action. Disney-typisch ist immer auch ein Lächeln dabei und eine Träne nicht weit entfernt. Es darf vermutet werden, dass Michael Bay, der talentfreieste Regisseur dieses Universums, 2014 mit seiner jüngsten „Transformers“-Gurke Vergleichbares vorhatte.  
Hier kann er sich anschauen, wieso sein Film schrecklich scheiterte:  Weil „Transformers“  kein Herz hat. Davon besitzt Baymax – den man sich sofort für daheim wünscht – reichlich. Und zum Glück wird, anders als beim letztjährigen Disney-Hit „Eisprinzessin“,  kaum gesungen. „Baymax“ ist ein Abenteuer, das sich vornehmlich an Jungs richtet. Die Mädchen als Zielgruppe sind sicher beim nächsten Mal wieder dran.
  
IDEAL FÜR: Den großen und den kleinen Jungen in uns. Und für all jene Glücklichen, die diese kindlichen Gemüter bei diesem Action-Ausflug begleiten dürfen.






Trailer
LÄNGE: 109 min
PRODUKTION: USA 2014
KINOSTART Ö: 22.01.2015
REGIE:  Chris Williams, Don Hall
GENRE: Animation
ALTERSFREIGABE: ab 6