The Guilty

Thriller-Spannung per Telefon


FilmClicks:
„The Guilty“: Jakob Cedergren ist Asger Holm, der Polizist in der Notrufzentrale © Luna Film
GESAMTEINDRUCK:  „The Guilty“ ist ein extrem spannender Thriller aus Dänemark, der formal aus dem Rahmen fällt. Der Film wird komplett aus der Perspektive eines Polizisten erzählt, der in einer Notrufzentrale am Telefon sitzt.
 
DIE STORY:  Später Abend in Kopenhagen. Der Polizist Asger Holm (Jakob Cedergren) macht in der Notrufzentrale Dienst, wo er die Anrufe der Verirrten und Verschaukelten entgegennimmt. Von einer Sekunde auf die andere wird alles anders: Eine Frau namens Iben ruft ihn mit leiser Stimme an. Bald stellt sich heraus: Offenbar ist sie entführt worden. Von ihrem Ex-Lebensgefährten. Offenbar ist ihr Leben bedroht. Asger setzt am Telefon alle Hebel in Bewegung, um der Frau zu helfen.
 
DIE STARS: „The Guilty“ ist der erste Spielfilm des 30-jährigen Regisseurs Gustav Möller, dem mit dem Thriller ein Senkrechtstart gelang. Der Film gewann im Winter den Publikumspreis beim Sundance Festival in den USA.
Hauptdarsteller Jakob Cedergren ist zwar bei uns (noch) weitgehend unbekannt, aber das dürfte sich nach seiner fulminanten Leistung in „The Guilty“ rasch ändern. In Skandinavien zählt der gebürtige Schwede aus Dänemark längst zur Riege der Stars.
 
DIE KRITIK: Hochspannung entsteht im Kino häufig nicht dadurch, dass etwas passiert. Sondern dadurch, dass etwas passieren könnte.
Diese Lehrbuchweisheit macht sich Regisseur Gustav Möller in „The Guilty“ zunutze – einem Thriller, der ansonsten fundamentale Lehrbuchweisheiten des Kinos missachtet. Denn Möller denkt gar nicht daran, seinen Krimi mit bewegten Bildern vom Schauplatz zu illustrieren.
85 Minuten lang zeigt er nur das Gesicht des Polizisten Asger Holm (Jakob Cedergren), der am Notfalltelefon versucht, einen komplizierten und brutalen Fall zu lösen. Die Bilder des Geschehens, die auf der Leinwand fehlen, entstehen in den Köpfen der Zuschauer – und entfachen dort eine intensive Wucht.
Man sitzt bei „The Guilty“ wie festgeschraubt in seinem Kinosessel und hört dem Ermittler Asger beim Telefonieren zu: Wie es ihm langsam dämmert, dass die verwirrte und verängstigte Frau, die bei ihm anruft, offenbar ein Entführungsopfer ist. Wie er versucht, Kollegen per Funkstreife zu alarmieren, um das Auto des Entführers zu stoppen. Wie er sich gleichzeitig um die jüngsten Opfer dieses Familien-Kriminalfalls kümmert: Zwei kleine Kinder, die allein daheim zurückgelassen wurden.
Jakob Cedergren liefert in der Rolle dieses Asger eine große Leistung ab. Schließlich hat er nur den Telefonhörer als Spielpartner – und die eigenen Emotionen, die ihn mal cool, mal gehetzt und mal zornig erschienen lassen, wenn wieder ein Versuch zur Lösung des Falls misslingt.
Asger muss obendrein damit zurechtkommen, dass die Angelegenheit überraschende Wendungen nimmt. Und er hat innere Dämonen zu bekämpfen. Denn je länger der Film dauert, umso klarer kommt ans Licht, dass auch der Polizist mit einem Problem zu kämpfen hat,  das Folgen für seine Karriere und sein Leben haben könnte.
Fazit: „The Guilty“ ist ein hervorragender Thriller im coolen skandinavischen Stil, der sein Publikum von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Das Konzept, auf die Phantasie des Zuschauers statt auf actiongeladene Filmbilder zu setzen, funktioniert auf geradezu faszinierende Art und Weise.
 
IDEAL FÜR: Thriller-Fans, die einem Krimi der ungewohnten Art etwas abgewinnen können.






Trailer
LÄNGE: 85 min
PRODUKTION: Dänemark 2018
KINOSTART Ö: 01.11.2018
REGIE:  Gustav Möller
GENRE: Drama|Thriller
ALTERSFREIGABE: ab 16


BESETZUNG
Jakob Cedergren: Asger Holm